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Lehrbuch der Mineralogie mit naturhistorischer Grundlage / von F. X. M. Zippe
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Gemmen.

blättchen gemengten Quarzfels, welcher nach dem Gebirge in Bra-silien , in welchem dieses Gestein weit verbreitet ist, Itaeolumitgenannt worden ist. Die Hauptfundorte des Demants sind in Ostin-dien, von Bengalen bis zum Cap Comorin, besonders zwischenGolkonda und Masulipatam; aus diesen Gegenden war er schon imAlterthuine bekannt, er erhielt seinen Manien von griechischemWorte Adamas, (Unbezwinglich) weil man glaubte, das er nichtnur unzerstörbar sei sondern auch durch den Hammer sich nichtzermalmen lasse. In ziemlicher Verbreitung findet sich seine secun-düre Lagerstätte in Brasilien . In neuerer Zeit hat man ihn auch aufBorneo und Sumatra und auf der Halbinsel Malaka, dann in sehrgeringen Mengen in Mexiko, in der M'ord Carolina und Georgia inder Provinz Constantine in Algerien und am Ural gefunden.

C. Der Demant ist die werthvollste aller Gemmen, sein Preis wird nacheinem bestimmten Massslabe berechnet, bei welchem der Preis einesKarat (das gebräuchliche Edelsteingewicht = 4 kölnischen Lotli)als Grundlage dient; bei Steinen die schwerer als ein Karatsind, wird das Quadrat ihres Gewichtes mit dem Preise einesKarates multipüeirt, daher Exemplare von einiger Grösse einenausserordentlich hohen, ja die grössten bekannten einen unbezahl-baren Werth erhalten. Der Preis eines noch rohen Steines von 1Karat im Gewichte ist gewöhnlich 20 II. durch das Schleifen steigtder Werth des Karates auf SO fl. Dabei kömmt noch die SchönheitundBeinheil mit in Anschlag. Dieam schönsten geschliffenen, denengewöhnlich die Gestalt des Oktaeders zum Grunde liegt, werdenBrillanten genannt; sie haben insbesondere das lebhafteste Farben-spiel. Grosse Diamanten finden sich nur in Schatzkammern derRegenten; der berühmteste ist der sogenannte Kohinoor (Berg desLichtes) dessen Werth nach seinem Gewichte berechnet auf dreiMillionen Gulden geschätzt wird. Durch seinen eonstanten Werthbietet der Demant ein Mittel ein grosses Vermögen in einem kleinenRaum zu verbergen und in Zeiten der Gefahr unbemerkt in ein an-deres Land zu schallen.

Die Verwendung zu Schmucksleineu ist nicht die einzige, welcheder Demant gewährt. Reine Krystalle werden zu Linsen geschliffenals Mikroskope gebraucht; sehr kleine Krystalle dienen zum schnei-den des Glases; scharfkantige Splitter zu feinen Gravirungen inder Lithographie, auch auf Stein und Metalle; die unreinen, so wiedie zusammengesetzten kuglichen Gestalten (Diamanten von M T aturgenannt) und die feinkörnigen, gewöhnlich schwärzlichbraunenStücke, werden zu Pulver zerrieben zum Schleifen des Demants undanderer sehr harten Edelsteine und zum Gravüren derselben ver-wendet.