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Zweiter Band.
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und meiner Eigenen, war der Himmel niemal ganz voll-kommen heiter zur Zeit der Nebensonnen, sondern mit ei-nem dünnen durchsichtigen Nebel überzogen. (Eben die-se Beobachtung über das Nordlicht habe ich oben ange-führet.) z. Je lebhafter die Farben der Bogen sind,desto matter ist der Glanz der wahren Sonne. 4. DieNebensonnen werden in zween nicht weit von einander ent-legenen Orten zugleich nicht beobachtet. Denn die Ne-bensonnen, welche zu Harlem 17Z4. den 22. Februarerschienen, wurden zu Utrecht nicht gesehen. (In den fol-genden drey Theilen werde ich das Nämliche vom Nord-lichte beweisen.) 5. Die Nebensonnen werden meistenszur Winterzeit beobachtet, wenn Kalte mit mäßigerVer-eisung herrschet, und ein sanfter Nordwind, oder ausnördlichen Gegenden wehet. (Dieser Umstand findet auchbeim Nordlicht statt.) Was Muschenbrök ferner von denHerabfinkenden Eisstralen saget, habe ich schon obenNum.zo angeführet.

59) Man hat noch Nebensonnen von anderer Art ge-sehen, sagt Muschenbrök; da nämlich drey Nebensonnenin demselben Scheicelkreise übereinander standen, und sichunmittelbar berührten; die wahre Sonne befand sich inder Mure, die untere berührte den Horifon, alle dreygierigen nach der Ordnung nacheinander unter. Da dieobere Nebensonne noch allein über dem Horison stand,glänzte sie, wenn schon eine falsche Sonne, doch ebenso stark, als die wahre Sonne; während dieser Erschei-nung wehte ein Nordwind. Malzieu hat dieß 1722. un-weit der Kirche Pagi Sreaux beobachtet. Man sehe dieGeschichte der Pariser Academie vom Jahr 1722. S.18. Äm Jahre 1674. sah man auch zwey Nebenson-nen in dem nämlichen Scheitelkreise. Die obere warf ei-nen feurigen Streifen von sich in die Höhe, und unter ihrstand eine kleine Wolke, unter dem die Nebensonne her.

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