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Sieg des Waid-Indigs über den ausländischen Indig : ein Beitrag zur Beförderung einheimischer Cultur / von ... Fr. Ant. von Resch
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glrerulen Eigenschaften verhält es sich auf Wolle,Seide, Baumwolle und Leinen eben so, wie dasausländische', so dafs es nicht als eil) Surrogat desIndigo, sondern als wahrer Indigo anzuselien ist.Dieser inländische Indigo kommt; so wohlfeil imPreise, dafs er auch in dem Falle, wenn dem aus-ländischen eine freie Concnrrcnz offen stünde, be-trächtlich wohlfeiler, als der ost- und westindischeseyn würde. Radi der seit langer Zeit in Italien ,Frankreich und Teutschland üblich gewesfö-nenSlethode, mittelst der Gährung* aus dem WaidIndigo zu ziehen, erhält man .zwar auch gutenIndigo j diese Operation erfordert jedoch so vieleBehutsamkeit, Vorsicht und Geschicklichkeit, undist so vielen Nebcnumständen unterworfen, dafs dieunglücklichen Zufälle dabei oft allen Gewinn ver-zehren. Von dieser Methode ist die neue undoriginelle Methode des Herrn Br. Heinrich ganz

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verschieden, und seine Vei-falirungsart hat vorjener so wesentliche Vorzüge, dafs man erst durchdiese die Indigofabrication aus Waid als völlig undsicher begründet anselien kann. Seine Verfabrungs-art ist sp einfach und dabei so sicher im Erfolge,dafs es zur richtigen Ausübung ihrer Operationenweiter gar keiner chemischen Kenntnisse bedarf,und sie von jedem gemeinen Landwirthe unternom-men werden kann.

Rach der öffentlichen, vorläufigen Bekannt-machung *) bewirkt Herr Dr. Heinrich austrockenen Waidblättern, ohne Gährung sein- Er-zeugriifs.

*) Sie folgt hier al3 Abdraclfc aus fler Wiener Zeit.ung~vom i 2 . Februar igI2. ,,Dr. Johann Baptist Hein-rich, au s Eger gebürtig, ausübender Arzt zu Planin Böhmen , verwendete seit mehrern Jahren seine

Stunden der Mufse, Um Versuche über die vbn Ku-lenkamp, Gren, Schreber w A. angegebeneMethode, Waid-Indigo zu bereiten, ar.zustellen.Diese Versuche führtet! ihn auf eine von der be-schriebenen Methode bedeutend abweichende, aberviel sicherere und einfachere Art, den Indigo ausdieser europäischen Pflanze abzuscheiden, welchevorzüglich wegen ihrer ungleich leichtern Ausfüh-rung im GroXsen höchst wichtig ist. Die Bereitungdes Indigo in der heifsen Zone, welche bisher immerals Muster gedienet hat, ist gewöhnlich mit einermein- oder weniger fortschreitenden G ä h r u n g be-gleilel: und dieser bei-der Temperatur des wannenKlimas unvermeidliche Umstand: wurde irriger Weisefür unumgänglich nothwendig erachtet, wem) gleichschon Banner oft vor mehrern Jahren bekannt ge-machthat, dafs der vor/mglichsLelndigo in Ostindiensowo.hlaus dexaAnil,. als aus dem Nerium tinctcriu.nlganz ohne Gährung, blofs durch heifsen Aufgufsbereitet wird. Dr. Heinrich überzeugte sich eben-falls, dafs jede Gährung bei der Indigo - Bereitungschädlich ist, und dafs ein Aufgufs reines Wassers,welches io bis 12 Grad Wärme nach Reaumur be-sitzt, durch 8 bis m Stunden, über sorgfältig ge-

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trocknete Blätter, hilfreiche, um allen Indigo der-selben auszuziehen,, so zwar, dafs man durch keineweitere Behandlung irgend etwas aus den ge-brauchten Blättern mehr erhalten kann. Die-ser Aufguß wird, nachdem er von den Blätternsorgfältig abgegossen worden, ist, auf die be-kannte Weise behandelt; d. h. mit Kalkwasser,versetzt, und in Berührung mit der Duft stark be-wegt, wobei sich ein grünlicher Bodensatz abschei-det, der durch wiederholtes Abwaschen mit lauemWasser, und Behandlung mit sehr verdünnter Salz-säure, oder Essigsäure, einen schönenlndigo liefert.Die grofsenVortheile dieses Verfahrens sind einleuch-tend; so lange man sich der f r i s c h g ep f 1 ü ck t e nBlätter zur Indigo - Bereitung bediente, mufste derFabricant seinen ganzen Bedarf an Waid selbst inder Nähe seiner Werkstätte ciutiviren und daher,um den nothigen Wechsel in der Cultur herzustel-len, sich mit einer sehr großen ausgebreitetenDandwirthschaft befassen, der Standp-uuct der Fa-brik konnte nicht zweckmäßig nach der vorhande-nen Beschaffenheit des, für diese Fabricatiou sonothwendigen und wichtigen, Wassers- und derglei-.chen gewählt werden, sondern man mufste sie zu,den Aeckern hinbauen. Zu-r Zeit der Biätter-Aerndtekonnte die Fabrik nicht mit der Arbeit folgen; und