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Sieg des Waid-Indigs über den ausländischen Indig : ein Beitrag zur Beförderung einheimischer Cultur / von ... Fr. Ant. von Resch
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stand dagegen den gröfsten Theil des Jahres still.Diese Schwierigkeiten waren allein schon hinläng-lich, den guten Fortgang jeder Anstalt dieser Artzu hemmen; seit Dr. Heinrich’ s Entdeckungbraucht sich der Fabricant gar nicht mit der Culturzu befassen, er setzt seine Fabrik an einen Ort, woreines Wasser in hinlänglicher Menge bequem zu-geleitet werden kann, und wo ihm sonst die Um-stände günstig scheinen und kauft seine Vorräthevon getrockneten Blättern in. kleiner und grofserMenge, von nähern oder entferntem Landwirthen,die ihre Rechnung dabei finden, bei dem hohenPreise, den er ihnen für ihr Erzeugnifs bietet,einen kleinen Theil ihrer Grundstücke abwechselnddem Waidkraiite zu widmen. Dr. Heinrich hältsich nach seinen Versuchen überzeugt, dafs 60 bis70 Pfund getrockneter Blätter 1 Pf ui}d gut gereinigtenIndigo liefern, und bietet den Landwirthen daherfür 400 Pfund gut getrockneter Blätter, den Current-Preis eines Pfundes seines Indigo an. Ein Joch mitWaid bebaut kann leicht 20, auch mehr Centnertrockne Blätter'und folglich wenigstens ebensovielPfunde Indigo liefern. So lange also der Preis des^ Indischen Indigo nicht unter dieses Verhältnifsherabfällt, so lange wird man in Europa mit Vor-theil Indigo aus Waid bereiten kö/inen.

Nachdem Sr. Majestät die Resultate der, vonGelehrten und Sachverständigen vorgenommenen,Prüfungen über diese neu erfundene Methode, ausder Waid-Pflanze einen, dem ächten Indigo gleich-kommenden FarbÄstoff zu bereiten, vorgelegt, und.die Offenherzigkeit, mit welcher Dr. Heinrichohne vorläufige unbescheidene Forderung seineinteressante Erfindung ganz unverhohlen und imVertrauen auf die gerechte Würdigung wahrer Ver-dienste von Seiten der Staatsverwaltung bekanntgemacht, zur allerhöchsten Kenntnifs gebrachtworden ist; haben Se. Majestät demselben als Be-lohnung für seine Erfindung den Titel* eines K. K.Käthes taxfrei, dann 5o,oooGulden inW. W., welcheihm sogleich verabfolgt wurden, unter folgendenBedingungen bewilliget, dafs er:

1) sich, so bald als möglich, eine Landwirtschaftin einem der teutschen Erb-Staaten ankaufe,und .auf derselben den Waidbau und die Er-zeugung des Indigo im Grofsen betreibe und

dasnif. noch in diesem Jahre anfange, auch durch10 Jahre anzeige, wie viel er an Indigo erzeugthabe.

2) Jedermann, der es verlanget, alle Anleitung undallen Unterricht,- sowohl in Beziehung auf denWaidbau, als die Indigo-Verfertigung ertheile,und seine ganze hierbei Statt findende Manipu-lation einsehen lasse;

3) jede Reise, nach Aufforderung der Staatsver-waltung- in den Oesterreich - sehen Staaten gegenangemessene Vergütung unternehme, um theilsAnleitung zum Waidbau, zurüfinsammlung undTrocknung der Blätter u. s. w., theils zur Ver-fertigung des Indigo zu ‘geben;

4) so bald als möglich, einen ausführlichen Unter-richt, sowohl über den Bau und. Cultur derWaidpflauze und die Kinsapimlung und Behand-lung der Waidblätter bis zur Indigo-Erzeugung,als auch über die Indigo.Fabrication selbst ver-fasse, welcher sodann von Seiten der Staatsver«

, waltung in Druck gelegt und an alle Landes-stellen, Kreisämter und Kämeralherrschaf^enversendet werden, wird.

5) Endlich jährlich den erzeugten Waid-Saamenin angemessenen Quantitäten, gegen Vergütung,

* an Kamera! - Herrschaften und Güter - Besitzerauf Verlangen abgebe. Uebrigens haben sichSeine Majestät auch noch Vorbehalten, den Dr.IJeinrich weiter nach dem Grade seiner Ver-wendung und Betriebes der Indigo-Erzeugungzu belohnen.

Ueber die neuern Erfindungen des Herrn Jau-bert zu Turin *), hat man zu unbefriedigendeNachrichten und eben so sind die Versuche desHerrn Heinrich zu Paris , der aus tooo PfundPastell 10 bis 12 Pfund Jndig **), so wie die desHerrn Gaillard, der aus 200 Centner WaldfrautEinen Centner Indig gewinnen wollte ***), nochzu wenig beglaubigt.

*) Zeitung des Grofsherzogth. Frankfurt 1812. N"o. 43***) Morgenblatt 1812. ISTo. 3i2.

**+) Moniteur 23. Decemhre.