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Sieg des Waid-Indigs über den ausländischen Indig : ein Beitrag zur Beförderung einheimischer Cultur / von ... Fr. Ant. von Resch
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a ) Zu Maler- und W a s c h f a r b e n.

Bekanntlich erhält man aus dem Colonial-Indi-go eine sehr feine Malerfarbe, die unter dem Na-men blauer Car min bekannt ist; die Zuberei-tung dieser Farbe besteht darin, dafs man denIndig in vier Theilen concentrirlr’r Schwefelsäureauflöset, mit Pottaschenlauge daraus präcipitirt, undden Niederschlag auswäschst. Wird der niederge-schlagene noch feuchte Brei in Verbindung mit Stär-ke gesetzt, so entsteht daraus die beliebte Waschfar-be, welche unter den Namen Neublau, Wasch-blau, sächsisches Blau oder Dresdner Blau bekannt ist.

Aus dem Waidindig läfst sich ganz auf diesel-be Art ein feiner blauer Carmin, so wie ein vor-treffliches Neublau bereiten, und man verfährtebenso , nur dafs man zur Auflösung den viertenTheil mehr Vitriolöl anwendet. Damit die Auf-lösung vollkommener erfolge, so mufs man denWaidindig mit dem Vitriolöl etwas länger stehenlassen, als wenn man Colonialindig hat.

Den Neublaufabricanten mufs der Waidindigsehr willkommen seyn; denn wegen des hohen Prei-ses des Colonial-Indigs, waren sie gezwungen, ih-rer Farbe einen zu grofsen Stärke - Zusatz, oderwohl gar eine Beimischung von zerriebenem Ber-linerblau zu geben; daher die vielen Klagen überdas jetzt so schlechte Neublau! Der Waidindig aberwird sie in den Stand setzen , eine sehr gute ächteFarbewaare, um billigen Preis mit grofsem Vortheilzu liefern.

b ) Zum Wollefärben.

Der Waidindig kann eben so gut zur Färbereisowohl der W olle, als der wollenen Tü ehergebraucht werden, wie der Colonial-Indig, und gibt

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eben so tiefe und feurige Farben als dieser. Dereinzige Unterschied ist nur der, dafs man vondem Waidindig eine gröfsere Menge dazu nötliighat, welches jedoch immer kein Eimvurf dagegenseyn kann, indem der geringe Preis des Waidindägsdiesen Umstand wieder ausgleicht.

Ohne mich ganz ins Detail der Wollfärbereieinzulassen, die ohnehin jedem praktischen Färberbekannt genug ist, will ich nur hier einige Bemer-kungen vortragen.

Bekanntlich hat man in der Färberei zweierleiKüpen zum Blaufärben, nämlich i) die kalte, und2) die warme Küpe.

Zur kalten Küpe nimmt man auf i PfundWaidindig 3 Pfund Kalk, und 2j Pfund Vitriol ,nebst der nöthigen Menge Wasser. Zuerst wirdder Kalk mit Wasser abgelöscht, dann der fein-zerriebene Indig zugesetzt, hernach die Mischungin einem Kessel so weit erwärmt, dafs man dieHand darin leiden kann, alsdann setzt man denVitriol hinzu, und läfst nun dis Blumen hervor-kommen , worauf sodann die etwas abgeküMteMasse erst in die eigentliche Küpe gethan wird,und nun ruhig stehen bleibt. Das Fä'rben darausgeschieht ganz wie bei der kalten Küpe aus Colo-nial-Indig.

Indessen*ist das Eigenthümliche zu bemerken,dafs der Waidindig sich nicht so schnell aufs etzt,als der Colonial-Indig; daher die zu färbendenStoffe weit öfterer durch die Küpe gezogen wer-den müssen. Die Farbe der damit gefärbten Stoffefällt indessen eben so schön und feurig aus, wievon dem besten Colonial-Indig.

Die Theorie der kalten Küpe ist einfach: derIndig, in seinem gewöhnlichen Zustande, ist in Al-

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