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Sieg des Waid-Indigs über den ausländischen Indig : ein Beitrag zur Beförderung einheimischer Cultur / von ... Fr. Ant. von Resch
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calien unauflöslich, well er eine zu grofse MengeSauerstoff enthält. Der Eisenvitriol entzieht ihmdenselben , und-macht ihn in den Al calien auflös-lich, dadurch verliert er seine blaue Farbe, wirdgrün, zieht aber an der Luft den Sauerstoff wie-der an, erlangt seine blaue Farbe und Unauflös-lichkeit wieder, und bleibt nun als festes Pigmentmit dem gefärbten Stoffe verbunden.

Zur warmen Küpe nimmt man gewöhnlichWaid, Krapp, Wau oder auch Kleie und zieht diesemit Pottasche gehörig aus, dann bringt man denfein gemahlnen Indig hinein, erwärmt die Küpebis sie anfängt zu arbeiten, oder anzukommen.Man erkennt dieses an dem eigenthümlichen Ge-rüche, der sich entwickelt, an der grünlichgelbenFarbe der Flüssigkeit, und an den blauen Adern,welche sich auf der Oberfläche zeigen. Auch zeigtsich bei dem starken Umrühren die Blume,d. h. der sonst weifse Schaum nimmt eine blaueFarbe an.

Jetzt wird die Küpe gespeiset, oder mitgebranntem Kalk versetzt, welches man auch dasSchärfen nennt, wohl ttmgerührt, und wenn siesich geklärt hat, wird der Einsenker eingelegt, unddas Färben vorgenommen. Ich übergehe hier dieManipulationen, die dem praktischen Färber sehrwohl bekannt sind, und bemerke nur inKücksicht desWaidindigs Folgendes: i) die warme Waidindig-küpe wird eben so behandelt, wie die Küpe mitCoionialindig; 2) die Waidindigküpe kommt leich-ter und früher an, als die Küpe vom Colonial-In-dig; 3) die Waidindigküpe mufs etwas scharfgehalten werden; 4) die zu färbenden Materienmüssen öfterer in die Waidindigküpe gebrachtwerden, als wenn Colonial-Indig angewendet ist.

5) Die ziemlich erschöpfte Waidindigküpe kannbald wieder gut gemacht werden , wenn man einenneuen Zusatz von Waidindig hinein bringt. 6) DieWaidindigküpe geht nicht so leicht durch,wie die Küpe mit Colonial-Indig , und sollte manein Durchgehen befürchten, so kann die Küpedurch einen kleinen Zusatz von Salzsäure leichtwieder gut gemacht und aufgehaltcn werden.7) Die in der Waidindigküpe gefärbten Tücherkönnen sehr gut mit Pottasche abgezogen wer-den, verlieren dadurch nichts von ihrer Farbe,sondern gelangen dadurch noch zu einem gröfsernLüstre, und färben dann nicht ab. «

c) Zum Seidenfärben.

Zum Blaufärben der Seide bedient mansich am vortheilhaftesten der Waidindigküpe mitPottasche Und Krapp. Auf eine Küpe , die 10 Ei-mer Wasser enthält, nimmt man l-J Pfund Pottasche,X Pfund Krapp und i j Pfund Waizenkleie , nebst2 Pfund Waidindig. Uebrigens verfährt man aufdie bekannte Art. Die Seide mufs aber vorherwohl mit Seife gewaschen und gespült seyn; siewird dann, eine Matto nach der andern, in dieKüpe gebracht, nachdem sie mehrere Male in derKüpe umgedrehet worden, stark ausgedrückt, unddann gelüftet, um solche vergrünen zu lassen, her-nach in reines Wasser geworfen, und auf demCarvilierstock ausgewunden, worauf sie soschnell als möglich getrocknet werden mufs. Wird,die Küpe schwach, und nimmt die Farbe ab, danngibt man ihr wieder einen Zusatz von Pottasche,Krapp und Kleie, und ist der Waidindig erschöpft,so mufs auch dieser wieder im gehörigen Verhält-nifs zugesetzt werden. Soll die Seide die dun-kelste blaue Farbe erhalten, so wird sie vor-