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ung wird erspart. Bei einer Anlage im Grofsen,können täglich ioo Pfd. Indig gewonnen und dieSchnitte von 8 Ae ehern verbraucht werden; dieFabrik kann also die Ausbeute eines grofsen Ge-bietes benutzen und die Vortheile gehören wiederdem Lande an, das sich mit Eifer des Anbauesbeflifs. Zu der Trocknung der Blätt er hingegen wirdgrofseVorsicht erfordert, sie erschweeren die schnelleFörderung des Geschäftes, nehmen, bei eignemBetriebe, grofsen Raum ein, und bei dem Ankäufe istes schweer, betrüglicher Untermischung fremdarti-ger Blätter zu entgehen, oder es zu vermeiden,dafs die frischen Blätter, schon durch Sorglosig-keit bei der ersten Pflege , ihre Kraft einbüfsten.
Unsre neue Erfindung wird demnach ein Farbe-material liefern, das bei reichlichem Gewinne, diewenigsten Auslagen erfordert und die gröfsten Vor-theile gewährt. Der Anbau des Waides, der zualter Zeit dem Inlande grofse Summen gewanntmd so grofse Summen ersparte, die jetzt demAuslande zufallen, wird sich wegen der sichernAusbeute und des leichtern Absatzes verbreiten;er erfordert keine Begünstigung eines seltenenSommers, wie andere Erzeugnisse, dem warmemKlima durch sorgsame Cultur abgewonnen, diefreilich oft, als ein glückliches Wagestück, reichlicherlohnen; mit Sicherheit kann der Landwirth aufden Ertrag rechnen, den ihm eine gedeihlicheWitterung ohnedies erhöhet, und der schnelleAbsatz, die Ersparnifs der Aufbewahrung und wei-teren Pflege sind schon grofse Begünstigungen die-ses Zweiges landwirthliclier Industrie.
Die Aerndte eines hiesigen Morgens liefert in2 Schnitten 40 bis 45 CentnerWaidblättcr, und dar-
aus werden 25 Pfd. Indig gewonnen; vier Morgenwerden also genügen, um 1 Centner Indig zn bereiten.Es sey angenommen *), dafs der Conlinent jähr-lich acht Millionen Pfund Indig zur Färberei ge-brauchte und dafs, diesen zu ersetzen, zwölfMillionen Pfund Waidindig zu gewinnen wären.Um diesen Verbrauch des ausländischen Materials
*) Genau tatst sich der Gesammtbetrag des Indigover-brauchs auf dem Continente nicht berechnen; die-ser Anschlag, käme er auch nur der Wahrheitziemlich nahe, gelte hier nur als Norm einer Be-rechnung. Ein in diesem 'Geschäft erfahrner Rei-sender gab darüber folgenden Bericht :
Vor 8 bis 10 Jahren, wo England den In-digo-Handel für Teutschland beinaheallein führte, wurden jährlich bei derOstindischen Comp. cca. an Ostind.
Indigo gröfstentheils von Ber.galeueingeführt, verkauft 12,000 Kisten, imDurchschnitt ger. No. 150 Pfd. . : i,800,000Pfd.An Westind. Indigo cca. 1000 Suronen
No. 100 Pfd.100,000 —
Die Asiatische Comp, in Kopenhagen
brachte nach Teutschland cca. . 50,000 —
Cadiz hatte den gröfsten Handel mitWestindischem Indigo und es wurdenjährlich von da nach Frankreich undTeutschland geführt, cca. 10,000 Suro-nen ä 100 Pfd, No.100,0000 —
Amsterdam brachte von West- und Ost-
indischem Indigo jährlich cca. . 100,000 —
Nach Hamburg, Bremen , und denPreufsi-schen Ilävcn, kann von Ost - und-Westindien recta eingeführt worden;fein cca. . .150,000 —
Summa 3,200,000Pfd.
Frankreich möchte wohl London an Indigo-Einfuhr ziemlich nahe kommen ; rechnet man nun,was in Triest und in andern Italienischen Hävenetc. eingeführt worden ist, so dürfte man denVerbrauch für den ganzen Conlinent an Indigo zwischen 8 und 9 Millionen annehmen. Eine ge-naue Berechnung ist durchaus unmöglich.