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Vollständige Astronomie, oder: Sonderbare Betrachtungen derer vornehmsten an dem Firmament befindlichen Planeten und Sternen, so wohl ihren Nahmen, Bedeutung und Situation nach, als auch was etwan von einer jeden dieser sichtbaren Himmels-Kugeln vor Meynungen von verschiedenen Auctoribus geheget, und davon wahr gehalten werden: ferner: woher alle Phaenomena, Cometen und dergleichen ungewöhnliche Himmels-Zeichen ihren Ursprung nehmen ... / Eberhard Christian Kindermann
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_ (7 ä?. !X. Von dem prächtigen lupitef . IZ 9

weise GOtt alles das, was er, geschaffen, zu einem Endzweck und Nutzengeschaffen hat. Da nun die soweit entlegenen grossen Welten mit ihrenEinwohnern uns keinen Nutzen geben, zumahl, da auch einige erst inneuern Zeiten entdecket worden, von welchen unsere Vorfahren nicht dasgeringste gewust haben; so können wir ja wohl gantz ohnfchlbar schließen,daß diese nicht unsert-sondcrn andern Creaturen halben müssen seyn hervor-gebracht worden : wobey wir zugleich von dem unverantwortlichenHochmuthe, als ob um der elenden und kaum um einer Hand voll glei-chenden Menschen willen, (wie sie denn würcklich, wenn schon alle, so vonAnbeginn der Welt her gewesen, zusammen genommen würden, gegen dasI7ni ver1um nach obigem, da gesagct worden, daß die Erde gegen das Welt-Gebäude wie ein Punct sich verhalte) oder unsrer Erd-Bewohner halber,GOtt so eine große Zahl Welten geschaffen habe, daß sie uns nur leuch-ten, abgemahnet werden. Denn, warum hatte GOtt einem ledigen Pla-neten vier Monden gegeben, da er unserm so reichlich bevölckerten Plane-ten nur einen eintzigen zugesellet? Sollen denn die 4 Monden wohl nur lau-ter Wüstcneyen bescheinen, wo niemahls einige Creatur gewesen, noch sey,die dieses Lichts nöthig? Gewiß, das hiesse bald eben so viel, als wennwir bey uns, für viele lebendige Personen, in einem Zimmer nur eine Lam-pe anzünden wolten, in einem wüsten Gebäude aber, wo niemahls jemandgewöhnet, auch künfftig niemand wohnen würde, alle Abend eine MengeFackeln aufstecken liessen. Za, ich will noch mehr sagen: Ein Mensch, derniemahls aus den Mauern seiner Stadt, wo er gebohren, ge-kommen, niemahls mit Leuten aus andern Städten geredet, keine an-dere Stadt gesehen als die seinige, käme nun auf einen hohenThurm, und sähe von solchem eine andere Stadt liegen: wenn man nunspräche, in dieser Stadt wohnen so wohl solche Menschen als in unserer,und er wolte solches nicht glauben, würde ihn nicht jederman als einenAlbern verlachen? Sehet,so verlacht man euch auch, wenn ihr das grosseWelt-Gebäude so albern betrachtet, und so unglaublich seyd. Der also ein-fältig von dem grossen Wunder-Gebäude der Welt urtheilet, hat mit derglücksceligen ?3»clorg nicht gleiches Glück, von welcher »eliociu, gedichtet,daß ihr kallss die Wcißhcit, hiercuriuz seine Beredsamkeit, seineTapfferkeit, und stmner seine Hoheit beygeleget. Nun kommen zwaralle Einbildungs-öckäffle von der Seelen her; denn die Seele hat ihre ei-gene Schönheit. Was ist demnach eine schöne Seele? Es ist eine See-le, welche großmüthig, erhaben, edel, mit einem Worte, groß ist. Die inner-liche Schönheit macht sie werth, gleich swie die äußerliche den Leib zieret;

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