Buch 
Vollständige Astronomie, oder: Sonderbare Betrachtungen derer vornehmsten an dem Firmament befindlichen Planeten und Sternen, so wohl ihren Nahmen, Bedeutung und Situation nach, als auch was etwan von einer jeden dieser sichtbaren Himmels-Kugeln vor Meynungen von verschiedenen Auctoribus geheget, und davon wahr gehalten werden: ferner: woher alle Phaenomena, Cometen und dergleichen ungewöhnliche Himmels-Zeichen ihren Ursprung nehmen ... / Eberhard Christian Kindermann
JPEG-Download
 

ZIO XXI. V on der Mythologie derer Gestirne.

Theil des Scorpionö, daher von ihrer nichts zu wissen, als daß

sie erst zu des Kaysers kuAulii Zeiten aufgekommen. ssis der

Scorpion seyn, so den Orionem getodtet. soll eigentlich Lrocon

geheißen haben, und ein Sohn dupkeme8, derAmme,so dieMuscn auferzcgen,gewesen seyn, welcher das Jagen sehr geliebet, und von dem /ove auf derMusen Bitten unter die Sterne versetzet worden. Er ist halb als einPferd gestaltet, weil er des Jagens halben immer zu Pferde gesessen. 6s-soll das Bildniß des seyn, in welches er sich verwandelt,als die Götter vor dem in Egypten sich verkrochen.

wird sonst o-nxinecles genannt, der dem ^t>v> emgeschencket. Andereaber geben ihn für den Deucsiiolie-n aus, zu dessen Zeiten das grosse Di-luvium in Griechen-Land sich ereignet, sollen Veuu, und Cupicio

bedeuten, welche,als sie einsmahls am Luplir-stespatzircngegangen, und derIvpkoeu» ihnen ungefehr aufgestossen,stch in zwey Fische verwandelt, undalso in dem Fluß verstecket haben, da sie hernachmahls, zum Andencken sol-cher Begebenheit, die beyden Fische mit an den Himmel versehet. Undals einsmahls die Veaur den grossen Flegel ttorcuie, an die Brust geleget,hat er die Milch so starck zu sich gezogen, daß solche an den Himmel ge-sprihet, und dieser weisst Strich sichtbar geblieben, welches von denen Heydendie kN'l.-h-Gtrass genannt worden.

Solche und dergleichen abgeschmackte Fabeln brachten die Heydenaus ihrem Gehirne hervor, und wir als Christen haben sie leider.' nochalle beybehalten; aber alle diese Bilder seynd wiederum durch Puncte,durchLinien und durch Circul gesondert. Am Himmel zwar finden sich ei gent-lich solche Linien der himmlischen Emtheilung nicht, sondern es seynd, nachder Metaphysic zu reden, blosse Lang »tion», jedoch k-tiouis »kio-nurt»,die ihr kuoäsmeatum iu re haben, oder auch blokioues seeuncl» und solcheimsZisskioue,. wornach die ältronomi den Himmel eintheilen, und destofüglicher vorstellig machen, wie auch aller Sterne und kk-uomenorum mo-tus Lc. beurtheilen können; ja es müssen sich die Circul an denen äusser-sten Sphären concipiren lassen. Darum müssen unsere Gedancken stattderer Cörper in denen Tiefen herum wandeln, da erkennet der innereMensch die Grösse solches Wcrcks, wie Psalm 92, 6. 7. spricht: Wiesind deine Wercke so groß? Deine Gedancken sind so tief. Ein Narr ach-tets nicht, und ein Thörichter glaubets nicht. Psalm m, 2. Groß sinddie Wercke des HErrn, wer ihrer achtender hat eitel Lust daran.

Ehe wir aber dieses Capitel von der Mythologie beschließen, haben wirnoch einige Fragen zu beantworten, i) Wie die Heyden auf diese Fabeln ge-

fal-