r6 l. Abschnitts von der Nothwendigkeit
Gctraides und seiner übrigen Früchte; so folget darausweiter nichts, als daß die Eigenthümer der Ländereyenetwas mehr Vortheil davon haben; und wahrschein-licher Weise wird dieses die Wirkung haben, daß diewohlhabenden Eigenthümer der Ländereyen einige un-nütze Bedient« bloß zum Staate oder zur Pracht mehrunterhalten. Diese Vermehrung der Einwohner aberwird allemal nur sehr wenig betragen. Hat aber dasLand keine Ausführe des Getraides und andrer Land-wirkhschaftsproducte; so ist der srucbtbareste Bodeyvon gar keinen Nutzen. Die Eigenthümer der Lände-reyen wollen natürlicher Weise keine unnütze Arbeit un-ternehmen lasten. Sie richten sich also mit dem An-bau des Landes nach dem, aus der Erfahrung befun-denen, Absatz ihrer Products ein: uns sie lasten nichtsmehr anbauen , als sie selbst verbrauchen upd wahr-scheinlich verkaufen werden. Die übrigen Ländereyenbleiben gänzlich unbebauet liegen. Statt dessen also,daß ein fruchtbarer Boden die Anzahl der Einwohnervermehren sollte; so vermindert er sie in diesem Fallevielmehr. Dieses, was aus der Natur der Sachefolget, ist auch durch die Erfahrung genugsam bestatt,get worden. Man stehet in Ungarn den fruchtbarstenBoden unbebauet liegen; und dieses gesegnete Land hatsehr wenig Einwohner, weil es demselben an auswär-tigen Absatz feiner Products fehlet.
Liese« wirö Man darf nur diejenigen Länder, die keine Manu-
Erfchrung facturen und Fabriken haben, aufmerksam betrachten ;deßSriget. " ä,