128 lll-Absch. von Anlegung und Gründung
die Fehler mögen auch bestehen, worinnen sie wollen;und ich getraue mir allemal zu erweisen, daß die immer-fortdaurenden Mangel und Gebrechen bloß dem Man-gel der Einsicht oder der Nachlaßigkeit dererjenigenzuzuschreiben sind, welche die Direktion und Aufsichtüber die Manufakturen und Fabriken haben. Wennes so gar an der nöthigen Kunst und Gcschicklichkeitkndieser oder jener besonderer Arbeit der Manufakturfehlet«; so ist auch hier Rath zu verschaffen; und esist allemal besser, diejenigen, welche die Sache verste-hen sollten, gestehen den Mangel ihrer Wissenschaftin diesem oder jenem Stücke, weil ein Mensch nicht inallen vollkommen seyn kann, als daß sie ihre Unwissen-heit und diesen Mangel der Fabrike zu verbergen su-chen. Man kann vor Geld alles möglich machen;und wenn man auch wegen eines solchen Mangels nichtbesondere Leute, deren Wissenschaft demselben abhelfenkann, aus andern Landen kommm laßen will; sokann man die ermangelnde Kunst vor ein weniges Gelderkaufen. Bey der österreichischen Cattunfabrike aufder Schwechat, als sie schon sehr in Flohr war, erman-gelten noch vier Farben, welche der Direktem- derCattundruckerey und die Druckermeistcr nickt dauer-haftig zu machen wüsten. Es waren dieses keineHauptfarben, sondern nur zusammengesetzte Farben.Dennoch sahe man es als einen Mangel an, dem manabhelfen müste. Man schrieb nach Holland und ließeinem dasigen Druckermeister in einer Cattunfabrikunter der Hand 50 Dukaten vor jede Farbe biethen.Dieser communicirte sie, die Farben wurden probirek
und