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Johann Heinrich Gottlob von Justi ... vollständige Abhandlung von den Manufacturen und Fabriken. Erster [- zweyter] Theil
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23
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Von den Wollcnmannfactmcv.

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ohne daß Bibcrhaare dazu kommen; wie denn diefeiner, nothwendig eine solche Vermischung haben «mis-se». Denn aus Wolle allein laßt sich der Filz schwer-lich so fest arbeiten, daß er kein Wasser an sich fanget,welches doch die vornehmste Eigenschaft eines feinenund guten Hutes ist. Die so genannten halben undViertels Castorhüte unterscheiden sich von den ganzen,daß immer weniger Bibcrhaarc dazu komme«, zuden Viertels Castorhüten aber werden gemeiniglichgar keine angewendet werden: wie e§ denn auch nichtnöthig ist, und die sogenannten Vigogne undCaudeckerHüte ohne Biberhaare eben so schön sind. In ver-schiedenen Landen ist eS den Hntmachcrn gesesslichvorgeschrieben, keine Hunde-Küh-und Kalberhaareso wenig, als die Flocken von den Tuchmachern, unterdie Filze zu mischen. 'Allein dieses Verbot ist unnö.thig. Bey seinen Hüten verbietet sich die Sachevon selbst; und warum sollten sie bey schlechten Hütendiese, keinen Werth habenden Materialien nicht mitgebrauchen können, da sie der Güte eines Hutes vondieser Art nichts schaden, und da wir die Wolle zuvielen andern Endzwecken nöthiger brauchen? DieArbeit der Hutmacher geschiehet, daß sie zuförderstihre Wolle und Haare auf das allerseinste kardätschen,und sodann einen Filz machen, der hernach in heißemWasser, worinnen Weinstein aufgelöset ist, gewalketwird *). Auf die Güte und Beschaffenheit dieser Walke

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*) Unsere Söirtmacher nehmen gern Bramitweinsplilssicht-auch dienet dazu Hefen, der in Wasser zerlassen wird.