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Johann Heinrich Gottlob von Justi ... vollständige Abhandlung von den Manufacturen und Fabriken. Erster [- zweyter] Theil
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H. Abtheilung. U. Abschnitt.

bau legen, bedienen sich niemals fremden Leinsaamens,und zeugen doch einen so schönen Flachs, als er kaumandrer Orten gefunden wird. Allein ihre Hauptfach»lichste Regel ist, daß sie den Saameu recht reif wer-den , und zuweilen denselben ein Jahr ruhen lasten,auch wohl eine Veränderung des Saamens vornehmen,aber nur vermittelst einer Umkauschung aus einer Ge-gend in die andere. Ueberhaupt glaube ich, daß mitder Zeit die Nothwendigkeit, fremden Saameu auszu-säen , als ein pures Vorurthcil befunden werden, unddaß sich endlich zeigen wird, daß alles darauf ankommt,daß der Saame recht reif wird. Denn auch in Tief-land und Schwanebeck laßt man den Saamen rechtzu seiner Reife gelangen; und wahrscheinlich ist dasder Hauptgrund seiner Güte *).

2) Denn Der zweyte hauptsächlichste Fehler, welcher wahr-Saamm scheinlich einen schlechten Flachsbau verursachet, istzu spät meines Erachtens, daß man nicht genügsame Aus-aussaet. merksamkeit aus die Witterung hat, sondern nur zuder Zeit säet, da es die Gewohnheit und der Schlen-drian einmal eingeführet hat. Man pfleget fast allent-halben den Flachs zu zwey verschiedenen Zeiten zu säen,entweder in der Mitte des Aprils, welcher Frühflachsgenennet wird, oder zu Alisgang des May, welchenman Spatflachs nennet. Die Erfahrung hat genug-sam gelehret, daß der Flachs mehr, als viele andere

Pflanzen-

*) Was hier von der Reist des Saamens gesagt ist, istdurch neuere Erfahrungen völlig bestätigt worden.