Vierter Abschnitt,
Von
Seidenmanufacturen.
ich die vier Hauptclassen der Manufakturen Die Sei-solchergestalt geordnet habe, wie sie zurBedürf-niß und Bequemlichkeit des menschlichen Lebens noth- sind wederwendig sind; so habe ich geglaubt, daß die Seiden- M Noth,manufacturen keine andere als die letztere und unter- ^Be°^'ste Stelle einnehmen können. Denn sie sind weder quemlich-zur Bedeckung des menschlichen Körpers nothwendig, keinnoch verschaffen sie eine größere Bequemlichkeit, diewir nicht durch die Leinen- und Baumwollenmanu-facturen eben so gut haben könnten. Europa hat aucheine lange Reihe von Jahrhunderten hindurch alle Be-quemlichkeiten des Lebens genossen, ohne daß sich.seineEinwohner mit Seide bekleidet haben. Als die Grie-chen und Römer in ihrem größten Flor und über dieMaaßen reich waren; so hatten sie so wenig Seide zuihrer Bekleidung, daß kaum die Kaiser und Allervor-nehmsten daran denken konnten, sich mit Seide zu be-kleiden; weil ein Pfund Seide viel höher zu stehen kam,als ein Pfund Gold. Noch vor zwey hundert Jah-ren, war die Bekleidung mit Seide so wenig gewöhnlich,daß es die Geschichte als ein würdiges Geschenk voreinen König bemerket, als Heinrich, der Zweyte, inFrankreich von einer Dame ein Paar seidene Strümpfe