156 II. Abtheilung. IV. Abschnitt.
Man hat Wenn die kältern Länder Hindernisse in dem Sci-paselbst ae- denbau haben sollten; so müßten sie daraufankommen,Fütterung entweder die Fütterung vor die Seidenwürmcrvor die daselbst gar nicht, oder nicht i» genügsamer MengeSeiden- swben wäre, oder die Seidenwürmer müßten in ei-
.. ' ner kältern Luft nicht wohl gedeihen und fortkommen.
Beydes aber hat man in kältern Gegenden nicht zubefürchten. Was zuerst die Fütterung anbetrifft; sokommt der weiße Maulbecrbaum, das gewöhnlicheFutter der Seidenwürmer, auch in kalten Gegendenvortrefflich fort. Dieser Baum ist nichts weniger, alszärtlich. Er leidet durch die strengste Kälte nicht dasmindeste. Der Winter von 1709 und 1740, wel-cher so vielen Obstbäumen, und sogar vielen wildenHolzstämmen in den Wäldern, den Untergang verursa-chet hat, ist allenthalben den weißen Maulbeerbäumenam wenigsten schädlich gewesen. So viele Plantagenvon weißen Maulbeerbäumen, die man hin und wiederin Teutschland mit dem besten Erfolge angeleget hat,beweisen auch genugsam, daß unser Boden auch sonstnichts hat, was der Natur dieser Bäume nicht zu-träglich wäre.
Ein Ein- Jedoch vielleicht wendet man ein, daß zwar dergehoben ^ weiße Maulbecrbaum selbst in kalten Gegenden garwohl fortkomme, allein er würde nicht so zarte, son-dern viel rauhere und gröbere Blätter gewinnen, alsin wärmern Gegenden; der Wurm könne also auchnicht so wohl gedeihen und ein so gutes und reichlichesGespinnst machen, als dort; und in der That hat dieser
Ein-