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ll. Abtheilung. IV. Abschnikk.
sie machen ein eben so gutes Gespinnst, -als bey einerbeständig warmen Witterung. Diese Erfahrung hatman nicht allein bey uns in Teutschland gemacht; son-dern in Italien und Frankreich hat man eben diesesAngemerket. Denn auch in diesen Landern fallt, zu-weilen im Sommer eine etwas kalte Witterung ein:Der Herr von Sauvage hat durch vielfältige Versu-che auöfündig gemacht, daß der achtzehnte Grad derWärme nach dem reaumurischen Thermometer derje-nige Grad sey, in welchem diese Würmer am bestellgedeihen. Dieser achtzehnte Grad der Wärme nachbesagtem Thermoilleter ist aber bey uns gar nicht selten:In dem allergewöhnlichsten Sömmer steig'et die Wär.me so hoch, ja öfters noch einige Grad höher und er--hält sich viele Wochen lang also. Ja es ist sogar be-merket worden, daß die Wärme in Teutschland, auchin dessen nördlichen Gegenden, zuweilen bis auf sechsund sieben und zwanzig Grad eben dieses Thermometerstzestiegen ist; obgleich ein solcher Vorfall selten ist, undein solcher Grad nicht lange anzuhalten pfleget. Esist demnach offenbar, daß derjenige Grad der Wärme)den die Seidenwürmer zu ihrem besten Gedeihen erfor-dern, unserm Himmelsstriche gar Uicht ungemäß ist.
, Die käl- Mich beucht, ich habe genugsam erwiesen, daßHabens" E weder in Ansehung der Fütterung, noch in Betrachtgar Vorzu- der Kälte, einige Hindernisse zum Seidenbau vor unsge in der finden können; und man siehet demnach, daß Teutsch-§ürmer- wenigstens eben so geschickt zur SeidenwürmerzuchtMilcht: sey - als Italien und Frankreich: Allein- ob wir uns
wohl