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Johann Heinrich Gottlob von Justi ... vollständige Abhandlung von den Manufacturen und Fabriken. Erster [- zweyter] Theil
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166
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i66 II. Abtheilung. IV. Mschnitt.

Solchem- Aus dem allen, beucht mich, lieget genugsam zunachverdie- Tage, daß Teutschland nicht allein eben so gut zu demSeitenbau Seidenbau geschickt sey, als andere bester nach Südenin jedem gelegene Lander; sondern, daß wir auch bey demselbengroße Auf weniger Gefahr und Schwierigkeiten ausgesetzetmerksani- sind, als heißere Himmelsstriche, und mithin vorf?st, denselben darinnen allerdings Vorzüge besitzen. Danun die Erfahrung genugsam gezeiget hat, daß dieweißen Maulbeerbäume in allem und jedem Erdreichpnd sogar in dem dürresten Sande sehr wohl fortkom-men; so sollen weise Regierungen ihre Unterthanen umso mehr dazu aufmuntern; da dieses zugleich ein Wegist, wodurch der schlechteste Boden eben so gut genutzekwerden kann, als der fruchtbareste. Ueberdieß ist dieSeide ein theures Material; und da dennoch, wie ichjm Eingang erwähnet habe, der Verbrauch der Sei--dxnwaaren so groß ist; so gehen vor die Seide, wennman auch die Seidenmanufacturen selbst im Lande an-leget, sehr große Geldsummen außer Landes. DerSeidenbau verdienet also um so mehr die Aufmerk-samkeit einer jeden Regierung, welche eine wahre Vor-sorge vor das gemeinschaftliche Beste ihres Landes ha-ben will

Jndes-

Nunmehr hat die Erfahrung die Möglichkeit, in Teutfch-kand Seide zu gewinnen, genugsam bestätigt. Aber des-wegen möchte ich doch nicht mit dem Verf. behaupten,daß die nördlichen Lander bey diesen» Gewerbe noch sogar einen Vorzug vor den südlichern hatten; vielmehrliaben jene allerdings Schwierigkeiten zu überwinden.Die weißen Maulbeerbäume wachsen bey uns, sterbenguch nicht leicht von der Kälte ganz ab, aber nicht selten

leiden