178 Abtheil. IV. Abschn. I. Hauptst.
heben, woraus der Boden entstehen soll, der dritteSchemel aber diejenigen Faden der Kette in die Höhehebt, woraus die Haare werden müssen. Diese Haareentstehen, indem die zu den Haaren bestimmten Fadender Kette über ein zart Lineal von Meßing geschlagenwerden, das die Lange herunter eine Kerbe und Ein-schnitt hat, in welchem man mit einem sehr scharfenMesser, nachdem der Sammet fest gewebet ist, herunterfähret, und dadurch die über das Lineal geschlagenenFaden aufschneidet, wodurch also die Haare des Sam-mets entstehen. Man siehet leicht, daß der Sammetdesto dichter werden muß, je mehr Fäden Seide durcheinen jeden Zahn des Kammes gezogen werden, welcherden Theil der Kette in die Höhe hebt, woraus dieHaare werden sollen. Der beste und stärkste Sam-met ist derjenige, welcher in jedem Zahn acht Fädenhat; er wird vierhaarichter Sammet genennet, undhat zu seinem Kennzeichen auf jeder Seite in der Saal-leiste vier bunte, von der Farbe des Sammetes unter-schiedene Streifen. Hierauf folget der dreyhaarichteSammet, welcher in jedem Zahn sechs Faden und zumKennzeichen in jeder Saalleiste drey bunte Streifenhat. Dieser gehöret noch unter die starken Sammete.Die Mittelsorten von Sammeten sind die zwey- undanderthalbhaarichten, davon der erste vier und derandere drey Faden in jedem Zahne hat. Der erstehat in jeder Saalleiste zwey bunte Streifen, und derandere in der einen Saalleiste zwey, in der andern abernur einen bunten Streif. Der schlechte oder dünn-haarichks Sammet endlich ist der sogenannte cinhaarich-