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Johann Heinrich Gottlob von Justi ... vollständige Abhandlung von den Manufacturen und Fabriken. Erster [- zweyter] Theil
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211
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Von halbseidenen Zeugen. 2ir

Äorrat oder besser Burat verdienet deshalb hier be- VonBor-merket zu werden, weil es einer der ältesten halbseidenen ^ »derZeuge in Europa ist. Man findet denselben in verschiebdenen Schriftstellern schon fast vor zweyhundert Jah-ren erwähnet. Er ist anfänglich in Italien, sodann inden Niederlanden und Frankreich gewebet und daselbstBuratine genennet worden- Jedoch ist er schon seitlänger als hundert Jahren in Frankreich außer Ge-brauch gekommen, weil alle französische Reglements undZsllregister seit hundert Jahren dieses ZeugeS nicht er-wähnen. Ichs wird er nur noch in Niedersachsen, undinsonderheit zu Hamburg, gewebt Jedoch wird erauch daselbst bald aufhören > weil er hauptsächlich zuRegenniänttln angewendet worden, deren Gebrauchsich auch in Niedersachsen bald vollends verlieren wird-Der Aufzug dieses Zeuges ist Seide, und der EintragWolle- Man hat zweyerley Art, gepreßten und ein-gepreßten. Der gepreßte wird ordentlich und der un-gepreßte nur zur Trauer gebraucht- Dieses stimmetmit der alten französischen Buratine genau überein, vonwelcher man findet, daß sie durch Pressen und Rolleneinen starken Glanz bekommen -).

Die halbseidenen Berkane, Kamlotte und Etamine Anincr-will ich nur deshalb erwähnen/ um eine Anmerkung dae kung vonbey zu machen- Wenn diese Zeuge halbseiden gemachtwerden: so pfleget man allemal einen Faden Seide und Vertanen,einen Faden KaMeel - oder Wollengarn mit einander zu Kainlottenzwirnen; und meinen Trachtens ist dieses allen denjenk-

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*) Man hatte bures, burats und buratines; erstere wärendie grössten, und letztere die feinsten.