Von unachten Porccllanfabn'ken. 45z
bestimmen ist. Man würde an vielen Orten garnicht nöthig haben, das fremde irrdene Geschirr demin der Stadt verfertigten vorzuziehen; wenn dieTöpfer nur diese Vorsicht anwenden, und dem ge-schlämmten Thon etwas Sand hinzufügen wollten.
Je leichtflüßiger der Thon ist, desto geschickterist er zu dem unächten Porcellan, wenn man nämlich Thon istvoraus sehet, daß dieses Porcellan desto vollkomme, zur Faym-ncr ist, je mehr es sich dem ächten Porcellan nähert."
Das wahre Porcellan ist ein Mittelding zwischen inFeuer gehärteter Erde und zwischen Glas. Es istgleichsam in dem ersten Grade des Glaswerdens, in.dem die Materien zusammen zu sintern oder zu schmel-zen angefangen haben. Die Sineser, wie ich in demvorhergehenden Hauptstück gezeiget habe, erreichendiesen ersten Grad des Glaswerdens, indem sie zweyganz entgegen gesetzte Materien zusammen setzen, da-von die eine leicht zu Glas schmelzet, die andere aberdurch keine Gewalt des Feuers zum Schmelzen ge-bracht werden kann. Die Schmelzbarkeit der einenMaterie, mit der unschmelzbaren andern Materie ver.mischt, verursachet ein Zusammensintern, welchesaber wegen der Unschmelzbarkeit der andern Materienauf keinerlei) Art zum wirklichen Schmelzen gebrachtwerden kann. Allein das sächsische und alles andereeuropäische Porcellan bestehet aus Materien, diesämmtlich zu Glas schmelzen. Man giebt ihnenaber nur einen solchen Grad des Feuers, daß dieMaterien nur zusammensintern und das wirkliche
Ff z Schmel.