521
Von Blaufarbenwerken.
finden, weil sich immer mehr Arten entdecken, dieals bloße Steine und Erden aussehen, und die vorherniemand vor Kobald angesehen hat. Es sind mirallein mehr als sechzig Arten bekannt; und ich glaubenicht, daß ich sie alle kenne. Es wäre zu wünschen,daß der Herr Bergrath Lehman», in seiner Cadmio.logie, oder Geschichte des FarbenkobaldS, davon dererste Theil heraus ist, auf diese verschiedenen Arrendes Kobaldö bessern Betracht genommen, und diesel-ben einzeln und genau beschrieben hatte ''). Dennobgleich viele Arten des Kobaldö, die in ihrer äußer-lichen Gestalt verschieden sind, in ihrer innern Mi-schung und Bestandtheilen mir einander überein kom-men können; so bleibt es dennoch allemal sehr noth.wendig, auch den Kobald nach seinen verschiedenenäußern Gestalten kennen zu lernen; zumal bey einemMineral, das sich in so verschiedenen Gestalten zeiget,welche der größte Kenner öfters kaum vor Kobald an-sehen sollte **). Wenigstens könnte man die Beschrei-
Kk z bung
*) Im Jahre 1666 gab der Verleger so viel vom zweyte»Theile heraus, als er vom Verfasser harte erhalten kön.nen. Mir sagte der scl. Lehmann in St. Petersburg,er wolle so lange mit der Vollendung des Werks warten,bis sich erst Mehrere Beurtheilungen, Zweifel und Wi-derlegungen würden erlaubt haben, damit er alsdann dasVergnügen haben könnte, solche zugleich zu widerlegen;aber er ist darüber weggestorben, und sein wichtiges Werk,vielleicht das Beste, was er unternommen hat, ist un-vollendet geblieben.
**) Eben deswegen, weil die Kobalderze so sehr mannichfal.tige Gestalten haben, ist es unmöglich, sie durch äußereEigenschaften sicher zu erkennen, und sie widerlegen, wie
mir