Vermuth-liche Zu-sätze inHol-land beydem Zerr«,ben desZinnobers.
55s Hl. Abtheil. V. Abschn. IV. Hauptst.
Einige vermuthen, daß man es bey Zusätzen inder Verfertigung des Zinnobers in Holland nicht be-wenden läßt, sondern daß man unter dem geriebenenZinnober noch Mennige zusehet. Allein da die Men-nige ein Product von Bley, welches der menschli-chen Gesundheit so schädlich ist; der Zinnober aberauch zum arzeneyischen Gebrauch dienet: so wäre die-ses ein höchst strafbarer Betrug. Wenigstens soll die-se Vermuthung die Apotheker warnen, daß sie nie-mals zerrieben gekauften Zinnober zu Arzeneyen an-wenden , sondern denselben allemal selbst reiben. Soviel ist wohl gewiß, daß man in Holland den Zinno-ber bey dem Zerreiben mit Urin anfeuchtet, als wel-cher sehr geschickt ist die Farbe des Zinnobers zu er-höhen *).
Die
*) Daß der Zinnober durch allerley Zusätze verfälscht wird,daran kann man jetzt nicht mehr zweifeln. Diese Ver-fälschung ist am stärksten bey dem gemahlenen, der ebendeswegen weniger als der andere kostet, da er doch, we-gen mehrerer Arbeit, die er verlangt, theurer seyn sollte:aber vielleicht ist auch der ungcmahlene nicht von allerVerfälschung frey. Von den Zusahen, die jetzt bekanntsind, dienen einige, das Gewicht zu vermehren, andereaber die Farbe zu verbessern. Zu erstem gehört Mennigund Ziegelmehl; zu letztem Colcothar, weißer Arsenik,rothes Sandelholz, Semen lycopoäü und die braune oderbraunrothe glastchte Substanz aus Arsenik, der mit Schwe-fel und Spießglas zusammen geschmolzen ist, und gemei-niglich Ispi« pyrmelon oder losstsäc tribns genannt wird.Dieses beweiset, wie gefährlich der Arzneygebrauch desgemeinen Zinnobers sey, und daß billig die Apotheker ver-pflichtet werden sollten, dazu den Zinnober selbst zu be-»eiten. Aber auch bey dem Gebrauch zur Malerey scha-den