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Kurzer und gemeinfasslicher Unterricht in der Naturgeschichte der nützlichsten einheimischen Waldbäume ... / Karl Kasthofer
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die Fragen zur Untersuchung: ist eS gut/ wenn unsreWaldungen nur aus einer Baumart/ oder ist cSbesser/ wenn sie aus mehrern Baumarten gemischtbestehen? Welches sind die dem Waldbesitzer vortheil-haften/ welches die nachtheiligen Mischungen? Wiesind jene herbeizuführen/ diese zu verhüten?

Ohne unser Zuthun und meistens gegen unsernWillen mischt die Natur verschiedene Baumarten inunsern Waldbeständen/ und dann bemerken wir über-haupt: daß Baume/ die mit ihren Wurzeln in ver-schiedener Tiefe des Bodens streichen und die ohn-gefähr die nämliche, oder doch nicht sehr ungleicheDauer des Wachsthums zu ihrer Reife bedürfen/ sichgut mit einander vertragen/ sogar besser in solcherMischung als in reinen Beständen/ jede unvermischtfür sich/ gedeihen. So werden Eichen freudig zwi-schen Rothtannen/ Dählen und Buchen/ und umge-kehrt diese zwischen jenen gedeihen/ vorausgesetztnämlich/ daß der Boden einer jeden dieser vermischtenHolzarten gleich günstig sei/ daß sie von Jugend aufin gehörigem Abstand von einander aufwachsen/ unddaß nicht die eine Baumart/ welche die dunkle Be-schattung meidet/ derjenigen zu nahe stehe/ welcheeinen dunkeln Schatten wirft. So z. B. wird aufeinem Sandboden die Dähle leicht über die Buche dieOberhand erhalten/ weil jene viel schneller als diesebesonders auf einem solchen Boden wächst; auflockerm und gutem Lehmboden wird aber die Dählezurückbleiben/ wenn sie zu nahe bei ältern Buchensteht/ weil sie die dunkle Beschattung von diesen