Von der Pastel- oder Waid-Küpe. 49
Man muß diesem Uebel dadurch abhelfen, daß«an die Küpe von dem allzu vielen Kalke entle-diget, welches die Färber auf verschiedene Artthun. Einige bedienen sich des Weinsteins, an-dere der Kleyen, davon sie in die Küpe einenScheffel mehr oder weniger thun, nachdem siemit Kalk überladen ist. Andere gießen einenEymer Harn hinein. An einigen Orten bedie-net man sich eines großen eisernen Kohlfeuers,welches lang genug ist, daß es von dem Markbis oben an die Küpe reichet. Dieses Kohlfeuer,oder dieser Ofen hat einen Fuß weit von seinemBoden einen Rost, und eine eiserne Röhre, diesich unter diesem Roste anhebt, und bis an daroberste des Ofens steiget, damit die Kohlen, wel-che man auf den Rost leget, durch den Zugangder Luft glühend unterhalten werden. fSie ver-senken die Kohlpfanne in die Küpe bis auf dasMark, doch ohne sie hinein zu sehen, und erhal-ten sie mir eisernen Stangen, damit sie sich nichterhebt. Die Hitze, welche dieser Ofen durch-gängig ausbreitet, erhebt allen Kalk vom Bo-den der Küpe auf die Oberfläche; und man kannalso so viel davon, als man für gut befindet,mir einem Siebe lwegnehmen. Aber wenn mansolches gethan hat, muß man der Küpe so vielwieder geben, als man nöthig hat.
Einige befreyen auch die Küpe vom Kalkemit gebrannten Weinhefen oder Weinstein, diemit altem Harne gekocht worden find. Aberdas beste Mittel, wenn sich zu viel Kalk in derKüpe befindet, ist, Kleyen und Zärberröthenach
D Gefal,