96 Von der warmen Jndigküpe mit Harn.
die zo ersten Pfund, gcfärbet worden, woraufman sie kluinpenweisc aus der Küpe genommen,und wie oben blau Hot werden lassen. NachVollendung dieser Arbeit war die Küpe noch einwenig warm, aber doch nicht genug, neue Wolledarinnen zu färben: denn wenn sie nicht den er-forderlichen Grad der Wärme hat, würde sieweder einförmig, noch dauerhaft färben; alsomuß man sie wieder erwärmen, und mit Indigversehen, wie zuvor geschehen ist. und dieseskann man so oft thun, als man es für gut befin-det, denn diese Küpe verdirbt nie, so alc sieauch wird, wenn sie nur die Zeit über, da mansie so aufhebt, ohne was damit vorzunehmen,ein wenig iuft hat.
Wiedererwürmung der Lupe mit Harn.
Gegen 4 Uhr Nachmittage goß man alle Brü-he in den Kessel, und that so viel Harn darzu,als dasjenige, was bey der vorigen Arbeit ver-lohren gegangen und ausgedunstet war, zu er-setzen erfordert ward. Dieses Nachfüllen beträgtordentlich 8 bis 9 Eymcr Harn, worauf man dieBrühe wohl erwärmen läßt, es vorgeschriebenerMaßen schäumt, und wenn es dem Kochen naheist, wieder in die hölzerne Küpe gießt. Manthut t Pfund Indlg dazu, den man im Harneklein gerieben bar, auch eine Brühe, die wie zu-vor aus i Pfund Alaun, i Pfund Weinst-in,r Pfund Färben öthe, und zwo Pinrcn Harngemacht wird. Nachdem man folgends die .Küpe