Z26 Von der Haarfarbe.
viel Umstände erfodert. Um indeß einen Begriffdavon zu geben, will ich nur melden, daß mandie Wolle aufReifen odcrStangen in einem wohlverschlossenen Gewölbe aufhänget, und unterdiese Wolle Pfannen voll glüender Kohlen fetzet,auf die man gepulverten Schwefel geschüttet hat.Man schließt nachgehende! das Zimmer zu, damitsich der Rauch länger darinnen erhalt, und aufdie Wolle wirkt, welche darinnen bleibt, bis sievöllig weiß ist. Dieß heißt man alsdcnn geschwe,felce Wolle; und so bereitet man sie zu, daß dieRosenfarben, Fleischfarben und Kirschenfarben,welche man aus den geschmolzenen Haaren erhält,lebhaft genug werden. (*)
^ Theorie
(*) Da der Dampf beS Schwefels den unächten Farbenäußer? nachkheilig ist, so muß diese Verrichtung, wennsie der Färber selbst unternehmen will, an einem vonder Farbestätte ganz entlegenen Orte geschehen. Ambesten ist es: viel Waare auf einmal zu schwefeln; manrecbnet den» gemeiniglich auf Pfund Waare, zP und Schwefel; bey weniger Waare aber, muß dasGewichte des Schwefels vermehret, und bey ganz klei-nen Parthien verdoppelt wer en.
Es ist das Schwefeln nöthig, um den Tüchern oderwollenen Zeugen eine Perlweiße Farbe zu verschaffen,welche; geichiehet, wenn das Tuch. nachdem c« geschwe-felt worden, in lauwarmes Wasser gebracht wird, inweiches ein wenig, in Vitriolol aufgelößter Jndig ge-tröpfelt worden; so erhalten auch mehrere helle Farben-tücher viel mehrere Lebhaftigkeit, wenn solche, ehestegefärbt werden, geschwefelt worden, nur müssen diesel-ben dann einer gewissen Vorbereitung unterworfen wer-den, welche man das Entfchwefeln nennt, und wel-
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