Buch 
Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
Entstehung
Seite
390
JPEG-Download
 

zyv Von der Auflösung

Man würde sich aber sehr irren, wenn mal?glauben wollte, als ob sich die ähnlichen Bestand-theile der Pflanzen mit Hülfe des Wassers ganzgenau und vollkommen loßtrennten. Denn dievligren, harzigten und erdigren Theile/ welchenicht berühret werden, gehalten durch ihre Wir-kung eine Menge derjenigen Materien, welchedas Wasser natürlicher Weise auflösen könnte.Desgleichen ziehet das.Waffer aus denen Kräuternnicht allein diejenigen Theile änlich, - die es ver-möge seiner Natur aufzulösen fähig ist, sondernauch einen Theil der harzigten und erdjgten Ma«terie, welche vermöge eines gewissen Grades derAncinandcrhängung, den sie mit denen-ausgezo-genen Materien haben, zurückgehalten werden.

Hieraus laßt sich nund>gar leicht begreifen,warum sich die harzigten und erdigken Theile inder Folge von den ausgezogenen'Matcrien schei-den , und was den flüchtigern Theil betrifft , ver-dünsten; hieraus läßt sich die Ursache leickt an-geben, warum die abgekochten Säfte, wenn siegleich noch so sehr filtrier sind, in der Folge trübewerden, und bcsoirders, wenn man sie in einenallzu starken Grad der Hitze hält, warum alsdcnn

eine

enthalten; so verdienet die Aeußerung beS Herrn O- C.Lvieglcbs, (S dessen Handbuch der Chemie., ? Theil,S ^^4") diese Farbetheile mit -WeinMst auszuziehen,gewiß beheniget zu werden — 'Durch»-rine zweckmäßigeVeranstaltung könnte ^die Einrichtung getroffen werden,daß solche Färberey nicht so kostspielig ausfallen würde,als es beym ersten Anblick scheinen dürfte.