Buch 
Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
Entstehung
Seite
418
JPEG-Download
 

4?8 . Vom Blauen.

Rauche und mit der Ausdünstung der glühendenKohlen beschweret werde. Dieses ist die Einrich-tung des Gefäßes und des Ofens.

Das Blaue wird mit Indigo auf die Seidegebracht, wie auf alle andere farbungsfähige Ma-terien. Aber diese Spccerey ist von einer beson-dern Art. Die färbende Materie vom Indigotheilt dem Wasser nicht die geringste Materie mit»Sie ist in demselben ganz unauflöslich, weil sieharzigt ist. Man muß sie also mit salzigte«Materien zertheilen und auflösen. Die Zuberei-tung des Indigo ist folgendermaßen:

Man nimmt 6 Pfund der schönsten Wcin-stemasche zu. 8 Pfund Indigo; auf jedes PfundAsche z oder 4 Unzen Färbcrröthe, und 8 PfundKleyen; welche aber zuvor gewaschen werdenmüssen. Ist dies geschehen, so drückt man dasWasser aus den Kleyen , und thut sie allein aufden Boden der Küpe»

Man läßt die Weinsteinasche und die Färber-röthe, die bloß zerrieben ist, eine Viertelstundein einem Kessel kochen, welcher r Drittheile derKüpe in sich fasset.

Dieses ist die erste Zubereitungman machtalsdenn die Thüren des Ofens zu, um sie ver-kühlen zu lassen.

Man weicht drey Tage zuvor etwa 8 PfundIndigo In einen Eymcr warm Wasser, und läßtihn verschiedenemal mit anderm Wasser rein ab-waschen. Dieses Wasser bekommt eine ganzfchmuzige Farbe.

Ewk-