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Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
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448 Von dem ächten Carmesin.

Man theilt alsdcnn die Seide, wenn sie ge-waschen und gcklopfet «st, in Stücken, und thutsie auf die Stücke. Dann wirft man die Cochenille,nachdem sie fein gestoßen und durchgesiebt ist, insBad; man rührt es um, und läßt es > bis sichs-mal aufkochen. Zu der gewöhnlichen Schatiirungbraucht man nicht mehr,'als dritcholbe Unze aufjedes Pfund Seide zu nehmen. Will man abereine sehr starke Schattirung haben, so,kann manauch z Pfund nehmen.

Hat die Cochenille einmal aufgekocht, so thutman auf jedes Pfund derselben eine Unze gebrann-ten Weinstein in das Bad.

Wenn der Weinstein gekocht, so gießt manauf jedes Pfund Cochenille eine Unze Zinn, welchesman in Königswasser aufgelöst, ins Bad; dieseZusammensetzung wird auf folgende Art bereitet:

Man thut 6 Unzen klein geschmolzenes Zinn,und r Unzen Salmiac in einen steinernen Topfvon gehöriger Größe; man gießt ohnqefähr «rUnzen Wasser darauf, und thut alsdenn l PfundSpiritus Nitri hinzu, und laßt es auf solche Weiseauflösen.

Alles dieses muß man im Bade wohl untereinander mengen und aufrühren; alödenn fülletman den Kessel mit kaltem Wasser voll. Zu jedemPfund Seide rechnet man ohngefahr y MaaßWasser. Ist das Bad auf diese Weife fertig, sowirft man die Seide hinein , und drehet sie fünf bissechsmal um, bis sie die Farbe durchgängig ange-nommen hat.

Man