Von dem ächteil Carmessn. 449
Man ziehet hernach das Feuer unter dem Kes.sel hervor, und bringt die Seide in die alkalischeLauge.
Man laßt sie etwa 6 Stunden dan'nne ruhen.Hernach wäscht man sie im Flusse, klopft sie, ringtsie aus, und breitet sie über die Stangen zumTrocknen.
Man hat auch noch eine andere Methode, Car-messn zu machen, die aber itzt abgekommen ist, weilsie keine so schone Farbe giebt. Sie geschieht auffolgende Weise:
Wenn die Seife kocht, nimmt man ohngefähveine halbe Unze Roucou, wie man ihn aus Indienbekommt. Man reibt ihn durch den Durchschlag,und macht ihn so klein, als möglich, damit sichkeine Körner an die Seide anhängen können. Manthut ihn alsdenn in das Seifbad, wo er der Seidewährend der Kochung eine Jsabellensarbe mitthei-let, und welche die Stelle der Zusammensetzungdes Königswassers vertritt, indem sie die Seideein wenig gelb macht. UebrigenS kommt weder dieoben beschriebene Zusammensetzung, noch Wein-stein dazu.
Die braune Schattirung vom achten Carmessnnennet man Zimmkfarbe. Man wäscht, um sie zumachen, das aus dem Cochenillenbade gezogeneCarmessn, und klopft es zwcymal im Flusse aus.Dann bereitet man ein Bad von Wasser, welchesnur ein klein wenig laulicht seyn darf, und thutVitriol in dasselbe, mehr oder weniger, nach Be«schassenheit der Farbe, und nachdem man sie lichteoder dunkel haben will. Man theilt die Seide in§ f kleine