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Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
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454 Von dem «nachten Carmesm.

dorn man hebt ihn z Wocben auf; denn da be-kommt er eine schwache Gährung, wodurch dieFarbe vermehret wird.

Die Seide, die man mit Brasilienholze fär-ben will, muß man mit ro Pfund Seife gegenloo Pfund Seide kochen. Man alauner sie abernicht so stark, als zum achten Carmesm. Als-denn windet man sie, und erfrischt sie im Flusse.Indem sie gewaschen wird, so läßt man einenK ssel mir Wasser heiß werden, und bereitet einGefäße, worein man den Brasilicnsaft thut. Manrechnet entweder über einen halben Eymer oderdrunter auf ein jedes Pfund Seide, nachdem mandie Schatkirung haben will.

Dann gießt man das heiße Wasser m dasGefäß, um das Bad zu machen; man taucht als-denn die Seide hinein, und drehet sie um. Indiesem Bade bekömmt es ein Roth, welches,wenn man Brunnenwasser nimmt, carmesinfar-ben ist; wenn man sich aber des Flußwasserö be-dienet, so ist dasselbe rorh, viel gelber, als dasCarmesin von den Scharlachwürmcrn, dem dasunächte gleich werden soll- Man muß also ausdieser Ursache Rofenrorh machen, welches auffolgende Art geschieht:

Man macht ein wenig Wcinsteinasche in heis-sem Wasser zu Lauge. Man braucht zu go PfundSeide nicht viel über ein Pfund zu nehmen. DieSeide wird im Flusse gewaschen, geklopft, unddie Aschenlauge wird in ein neues mit kaltemWasser angefülltes Gesäß gegossen. Durch die-