456 Von dem ächten Poncecm,
Cochenille durchaus nicht an. (*) Man bedienetsich daher zu diesen Farben in der Scidenfärbereyder Blüthe von einer Pflanze, die man Safior,oder wilden Safran nennet. »
Wir wollen diese Blüthe und die Art, sie zu-zubereiten, etwas umständlicher beschreiben.
Diese Blüthe hält 2 verschiedene Farben insich. Die eine ist gelb, und von der Natur, daßsie sich in Wasser auflösen läßt; die andere ist
ein
(*) Daß die Seide auch mit Cochenille gefärbt wer-de» kann, ist vom Herrn Macguer erwiesen worden;auf folgende Weise brachte derselbe eine schöne Schar-lachfarbe zum Vorschein. Er bereitete ein Königswasseraus vierPfund Scheidewasser und zwenPsunv Sal;geist,indiesem löste er nach und nach drey Pfund gekörntes molokki-scheS Zinn auf.—Hierein legte er sechs Pfund Seide, die zu-»or einen Grund von Orlean erhalten hatte; nachdem solche«ine halbe Stunde darinnen gelegen, wurde sie herausge-nommen, und mit kaltem Wasser wohl ausgewaschen.Hierauf wurde ein Dekokt von vier und zwanzig Unze»Cochenille und anderthalb Unzen weißen Weinstein ge-macht, das Dekokt mit so viel kaltem Wasser verdünnt,bis man die Hand darinnen leiden konnte, alsdannwurde die Seide hineingelegt und eine Minute lang gesot-ten: dann wurde sie herausgenommen, gespüler, undgetrocknet.
Durch eine große Reihe wichtiger Versuche hat nunHerr Hvfrath Gmelin dargethan, daß auch ohne eineAuflösung des Zinns, vermittelst des blosen Scheidewas-sers, so wohl Wolle als Seide eben so schön gefärbt wer-den könne. Man lese hierüber dessen Abhandlung:Ueber den Gebrauch) des reinen Scbeidewaiseosbc)> dem Sckarlacbfarbcn; in des Hrn- B. R- Crellachemischen An«>alen 1787. Band r. S- und 48Z.