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Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
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470
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470 Dom ächten Violet.

Wenn man ächt Violet haben will, so nimmtmar gemeiniglich nicht mehr, als 2 Unzen Co-chenille auf jedes Pfund Seide. Doch kann mandicsi Dose vermehren oder vermindern, nach demGrade der Schattirung, die man verlanget.Mai läßt das Bad r Stunden kochen; wennman aber bemerket, daß das Bad noch nichtganz ausgezogen ist, so pflegt man die Seide noch5 bs 6 Stunden in das alkalische Bad, odersogenannte Sodebad zu thun. Dann wird siegcwcschen, im Fluß geklopft und zugerichtet.Dann wird sie durch die Küpe gezogen, die stär,ker oder schwächer ist, nach dem Grade der Höhe,die man dem Violet geben will. In einigen Fa-briken thut man in diese Farbe, um ihr einegrößwe Schönheit zu geben, ein wenig Orseille.Man thut sie in das Cochenillenbad, nachdemes arsgezogen ist, in derjenigen Quantität, dieden »erlangten Grad der Schattirung zu geben ge«schickt ist; nachdem sie eine gute Viertelstundegekocht, so läßt man sie ein wenig ruhen, damitsich die Orseille auf dem Boden setzen kann, wor-auf man denn die Seide im Bade umdrehet.

Diese Methode verdienet deswegen keinenBeyfall, weil die Färbung mit Orseille eine un»ächte Färbung ist, und die Violckfarben, die dochgemeiniglich mit einer starken Dose von Orseillegefärket worden sind (weil cö wohlfeiler ist, alsCochenille, und doch ein ganz gutes Ansehen giebt)dennoch für ächte Violekfarbe bezahlet werdenmüssen.

Die