Buch 
Des Herrn Hellot's ... Färbekunst oder Unterricht Wolle und wollene Zeuge zu färben, nebst Vorschriften zu Prüfungen derselben durchs Absieden / Jean Hellot ; aus dem Französischen übersetzt und mit einer Anweisung zur Seidenfärberey versehen von Abraham Gotthelf Kästner
Entstehung
Seite
538
JPEG-Download
 

5)8 Nachricht vom Jndig.

Menge kleiner Theilchen ist zertheilet worden, sobekommen diese, so klein und fast unempfindlichsie auch werden, doch eine große Menge Ober-flächen, wodurch fic viel mehr Licht zurücke wer-fen; der andere Theil aber, der ganz bleibet,zeiget nur ein grobes Korn von einer geringenOberfläche, deswegen er weniger Licht zurückesendet, und folglich nicht so weiß aussieht; dasheißt eben soviel, als: er siehet nicht so schönaus, weil die Schönheit des Zuckers auf dieWeiße desselben ankömmt. Mich deucht, mankann eben so vom Jndig urtheilen, und behaupten,wenn alles übrige gleich ist, so sey der westindi-sche so gut, als der ostindische, wenn nur beydegleich fleißig verfertiget sind.

Ich kann wohl noch hinzusetzen, daß deramericanifche besser beym Gebrauch ist, als derandere: denn wer siehet nicht ein, daß man dieseFarbe nicht reiben kann, ohne daß sich ihre zar«ten Theilchen in die Luft zerstreuen sollten, wieHerr Tavcrnker selbst solches gestehet; und werkann daran zweifeln, daß diese Theilchen diebesten sind, und sich bey der Arbeit am meistenausbreiten.

Ich gebe es zu, daß der ostindische JndigViel theurer ist, als der westindische; die Ursachefällt leichte in die Augen; er kömmt weiter her,es ist größere Gefahr dabey, und diejenigen, dieihn bringen, würden ihre Rechnung nicht dabeyfinden, wenn sie ihn in eben dem Prciß gebenwollten, wie denjenigen, der viel näher her kömmt: