Buch 
9 (1867) Handbuch der physiologischen Optik / H. Helmholtz
Entstehung
Seite
186
JPEG-Download
 

186

ERSTER ABSCHNITT. DIE DIOPTRIE DES AUGES.

§ IG.

Röhre kann, wenn cs nüthig scheint, eine positive Linse gebracht werden, deren Brennpunktwenig von der Flamme entfernt ist, so dass Jemandem, der in den Spiegel hineinsieht, dieganze Glaslinse leuchtend erscheint, und dadurch ein grösserer Theil der Netzhaut beleuchtetwird. Der ganze Apparat, an dem Stahe A befestigt, kann an diesem auf und ah bewegtwerden. Bei A ist eine kreisförmige Scheibe befestigt, mit schwarzem Zeug bezogen, umdas überflüssige Lampenlicht abzuhalten, und am unteren Theile des Instruments ist ein StückWachstad't L L aufgehängt an der Stange um das Gesicht des Beobachters von dem desBeobachteten zu trennen.

Da es aber schwierig war, kranke Personen immer zu richtigen Bewegungen ihres Augeszu bestimmen, wurde der Apparat von Donders und van Trigt noch beweglicher gemacht.Es wurde die Röhre in einem Ringe C drehbar gemacht; der Würfel E E kann um die Axe,welche durch die Schrauben b und c bestimmt wird, gedreht werden. Die Lampe wurde vomInstrumente getrennt. Am Ende der Röhre C wurde ein Mikrometer angebracht. Die Spitzendes Mikrometers a und b werden im beobachteten Auge abgebildet, wenn dieses richtig accom-inodirt ist. Deshalb wurde das Mikrometer verschiebbar gemacht, vermittelst der Röhre C,welche sich auf der Röhre B verschiebt. V ist die Mikrometerschraube, durch deren Um-drehung der Abstand der Spitzen geändert und gemessen wird. Ist 11 der Abstand der Spitzena und b , x ihre Entfernung vom vorderen Knotenpunkte des beobachteten Auges, und 13 Mm.der Abstand des hinteren Knotenpunktes von der Netzhaut, so ist der Abstand der Spitzenim Retinabildchen y

y X 15 Alm.x

Wenn man nun einen Zeichenapparat, wie man ihn bei Mikroskopen gebraucht, an derOeflhung 0 anbringt, und sowohl den Abstand der Spitzen als die Gefässc 11 . s. w. der Netz-haut nachzeichnet, kann man die wahre Grösse der Gefässe und anderer Netzhauttheilehenbestimmen.

Später hat Donders noch für sehr kurzsichtige Augen ein zweites Mikrometer liinzu-gefiigt, welches in die Röhre B eingeschoben wird. Ausserdem hat er für die Beobachtungvon Augen, deren Pupille durch Belladonna erweitert ist, für das Ende der Röhre B einekegelförmige Erweiterung mit einer Sammellinse von grösserer Apertur, als J hat, hinzugefügt,um ein grösseres Feld im Auge zu beleuchten.

Dieser Spiegel ist namentlich fiir Untersuchung der Netzhaut mit Concavgläsern bestimmt.Er lässt sehr genaue und sichere Untersuchungen und Alessungen der Netzhautbilder und derkleineren Theile des Augenhintergrundes zu, und ist leicht und bequem zu gebrauchen. Aelin-lich construirt ist der tragbare Augenspiegel von Sae.mann. Alan denke sich die Röhre des

Spiegels von Epkens bis zu einem blossen Ansatzstücke desWürfels verkürzt und das feste Gestell entfernt, statt derScheibe, welche die Linsen enthält, eine Fassung, in welchedie Linsen einzeln eingelegt werden, so hat man Sae.mannsAugenspiegel.

4) Portativer Augenspiegel von Coccius, mitdurchbohrtem, belegtem, ebenem Spiegel und einer Releuch-tungslinse. Abgebildet in Fig. 9S. Das Instrument bestehtaus einem kleinen viereckigen Planspiegel a von H Par. Lin.Seite. Die OelFnung hat i Par. Lin. Durchmesser, und ihrvorderer, dem beobachteten Auge zugekehrter Rand ist etwasahgeschlilfen. Der Spiegel ist in eine dünne Messingplattegefasst, welche an ihrem unteren Ende in einen kleinenFortsatz übergeht, der an der Stange b befestigt ist. DieBeleuchtungslinsc hat ö Zoll Brennweite; um sie aber auchmit anderen vertauschen zu können, ist sie in einen ge-schlitzten federnden Ring f eingesetzt, von der Stange gund dem geschlitzten Querbalken (I getragen. Der letztere

lüg. 98.