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9 (1867) Handbuch der physiologischen Optik / H. Helmholtz
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232
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ZWEITER ABSCHNITT. DIE LEHRE VON DEN GESICHTSEMP1TNDUNGEN.

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und Linse die vordere und hintere Begrenzung hildeteu, der Glaskörper zwischenbeiden lug. Durch dieses vollkommen durchsichtige System liel Sonnenlicht, voneinem lleliostaten in ein dunkles Zimmer geworfen, auf eine thermoelektrische Siiule.Es brachte eine Ablenkung des damit verbundenen Multiplieators von 2(5 bis 30°hervor. Nachdem aber die beiden Seiten des Auges über einer Terpcnthin-llamme herusst waren, was vollkommen gut und, wie die nachherige Untersuchungzeigte, ohne alle sonstige Veränderung der Hornhaut und Linse gelang, konntekeine Wärme mehr durch das Auge hindurchstrahlen. Russsehichten sind aber fürdie dunkeln Wärmestrahlen durchgängig, nicht für die leuchtenden. Hätte alsoein Tlieil der durch die Augemnedien gehenden Strahlen aus dunkeln Wärme-strahlen bestanden, so hätte sich von diesen auch noch nach der ßerussungeine Wirkung zeigen müssen. Es lässt sich durch diesen Versuch allerdingsnicht genau nachweisen, dass die Grenzen der Sichtbarkeit des Roth mit denGrenzen der Diathermansie der Augenmedien zusammentrelien, aber jedenfallssteht fest, dass von den unsichtbaren iiberrothen Strahlen wenig oder nichtsmehr zur Netzhaut gelangen kann, und es scheint dieser Umstand zu genügen,um ihre Unsichtbarkeit zu erklären.

Lima 1 hat ähnliche Versuche angestellt, wobei er als Wärmequelle eineLncatellische Lampe benutzte, deren Strahlen durch die Angenmedien auf einethermoelektrische Säule fielen. Er fand, dass die Krystnlllinse 13 Procent, derGlaskörper allein 9 % und das ganze Auge auch 9 % der einfallenden Wärmedurchliess.

Dass die übervioletten Strahlen die Augenmedien durchdringen können, folgtdirect schon aus der Möglichkeit, das überviolette Spectrum mit seinen dunkelnLinien zu sehen. Doxueks und Rees haben objectiv nachgewiesen, dass dieseStrahlen durch Glasgcfässe, welche mit Glasfeuchtigkeit vom Ochsen gefüllt waren,und in die auch Hornhaut und Linse cingebraeht wurden, ohne auffallend ge-schwächt zu werden, hindurchgehen. Um das ultraviolette Licht nach deinDurchgänge durch die Augentliissigkeiten sichtbar zu machen, lingen sie es aufder Fläche einer Chiniulüsung auf. wo es die blaue Fluoresccnz hervorrief.Drücke hatte ähnliche Versuche schon früher angestellt, hei denen er dieWirkung des Lichts auf Guajaklüsung und auf photographisches Papier unter-suchte. nachdem es durch die Augenmedien gegangen war.

Guajakharz, frisch aus der alkoholischen Lösung durch Eintrocknen imDunkeln gewonnen, wird von den blauen, violetten und iibervioletten Strahlenblau gefärbt, von den schwächer brechbaren wieder entbläut. Im gewöhnlichenTageslichte überwiegt die Wirkung der bläuenden Strahlen. Tageslicht aber,welches durch die KTystallliuse eines Ochsenauges gegangen ist, färbt das Harznur gelbgriin, und eine schon gebläute Harzschicht wird durch dasselbe Lichtwieder bis zu demselben Gelbgriin entbläut, Daraus folgt, dass die Linse diebläuenden Strahlen des Tageslichts stärker ahsorbirt, als die nicht bläuenden.Bei starker Absorption der gewöhnlich sichtbaren blauen und violetten Strahlenmüsste die Linse seihst gelblich gefärbt erscheinen. Da sie im normalen Zu-

! Sul polcrc dcgli umuri dell' occhio a tvimmetUrc il calonco nujijionante. Torino 18Ö2.