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ZWEITER ABSCHNITT. DIE LEHRE VON DEN GESICHTSEMPILNÜUNGEN.
§. 28 .
iin Innern des Gesichtsfeldes und hindert das deutliche Sehen. Am ähnlichstendieser Erscheinung ist das Gewimmel der sogenannten Sonnenstäubchen“.
Er sieht dasselbe bei bedecktem rechten Auge, wenn er mit dem schwach-und fernsichtigen linken eine helle Fläche fixirt, ferner bei allmälig verstärktemDruck auf das linke Auge. Die Pünktchen erscheinen lebhafter hei offenem alsbei geschlossenem Auge, besonders wenn dasselbe nach einer nicht gänzlichverdunkelten entfernten Stelle hinsieht. Das äussere Licht ist also der Er-scheinung forderlich.
Pulsirende Kugeln, zweie an der rechten Seite des Gesichtsfeldes, eineReihe an der unteren, drei an der linken Seite, erscheinen ihm auf der hellenHimmelsfläche, wenn er gelaufen ist, bei Druck auf das Auge oder bei ange-strengtem Husten. Auch pulsirt der Fixationspnnkt, und es erscheinen nochgraue Streifen, theils kreisförmig den Fixationspunkt umgebend, theils radialeGefässstreifen ’.
3. Figuren, die bei gleichinässig erleuchteter Netzhaut sichtbarwerden. Purkinje 2 bemerkt, dass wenn er nach einer grossen etwas blenden-den Fläche starr hinsieht (z. ß. auf den gleichmässig mit Wolken überzogenenHimmel oder nahe in eine Kerzenflamme), in einigen Sccunden wiederholt inder Mitte des Gesichtsfeldes lichte Punkte aufspringen, die ohne ihre Stellegeändert zu haben, schnell wieder verschwinden, und schwarze Punkte zurück-lassen, die ebenso schnell wieder vergehen. Wendete er, während die Licht-punkte hervorspringen, das Auge gegen eine stark verdunkelte Stelle, oder schlosser es, so setzte sich die Erscheinung auf gleiche Weise fort, nur in einem ge-milderten Lichte, als würden durch das erste Hinsehen die Punkte nur ent-zündet, und glimmten dann für sich allein ab. Ich selbst habe ebenfalls häufigsolche vereinzelte lichte Punkte, die nicht Nachbilder sein konnten, weil ent-sprechende kleine helle Gegenstände im Gesichtsfelde fehlten, und die dunklenNachbilder zuriiekliessen, zufällig gesehen, aber meist nur einen auf ein Mal,und im Ganzen selten sich wiederholend.
Hierher gehört ferner Purkinje's Kreuzspinnengewebefigur 3 aus lichten röth-liehen Linien auf rothem Grunde gebildet, die das Gewebe einer Kreuzspinne baldeinfacher, bald complicirter nachbildete. Um die Figur gut zu sehen, hattesich Purkinje so gelagert, dass die Strahlen der aufgehenden Sonne seine Augen-lider treffen mussten. Beim Erwachen sab er hinter den geschlossenen Liderndie Figur. * *
Ueberhaupt ist das Werk von Purkinje ausserordentlich reich an subjectivenBeobachtungen ähnlicher Art, und wird noch lange eine Ilauptfundgrube für ähnlicheBeobachtungen bleiben. Aber viele von den Erscheinungen, die er beschreibt, sindvon anderen Augen noch nicht wieder aufgefunden worden, und für diese bleibtes also vorläufig fraglich, ob sie nicht auf individuellen Eigenthümlichkeiten seinerOrgane beruhten 4 .
1 Beobachtungen und Versuche I. 13i.
* Ebenda. I. 67.s Ebenda. II. 87.
* Siehe noch die Erscheinungen in No. XXII des ersten, in No. IV, V, XV des zweiten Bandes seiner Beob-achtungen und Versuche.