Einleitung. -5
^ Ich habe mich besonders angelegen seyn lassen, so weit mei-ne Einsicht und Erfahrung es' bey den vorgeschriebenen Gränzenerlauben/ die Beschaffenheit der Dinge (oder eine Geschichte derErscheinungen) richtig darzustellen, und solches ohne Rücksichtauf die Schwürigkeiten dieselben zu erklären. Die Absicht ist,die Beschaffenheit der Natur, ihre Würkungen und Zusammen-hang zu kennen. Darauf muffen dann alle Erklärungen gebauetwerden. Deswegen habe ich mich bey dem letzter» wenig aufge-halten. Was ausgemacht ist, wird in möglichster Kürze ange-führet, das andere ist unter der Gestalt von Muthmaßungen vor-gestellet, welche zu weitern Untersuchungen Anleitung geben.Das allgemeinste der Naturlehre, wie auch das hauptsächlichstevom Bau der Körper, ist überall als bekannt vorausgesetzt wor-den. Es muß daher nicht auf meine Rechnung gesetzt werden,wenn in Ermangelung solcher Kentniffe etwas dunkeles vorkom-men sollte. Die Beschaffenheit der Materie dürfte übrigensEntschuldigung verdienen, wenn nicht alles mit vollkommenerKlarheit ausgeführet worden. Keine Sache in der ganzen Na-tur ist unnütze, keine Kentniß davon fruchtlos, als nur durch ih-re Unzureichlichkeit. Wenn wir die Natur der Dinge wenigstensbis auf einen-gewissen Grad kenneten, (denn die Fürsehung hatso fthr für unsre Unwistenheir gesorget, daß wir dieselbe auch zu-weilen bey geringerer Kentniß gebrauchen können) so würden wun-derbare Würkungen zuwege gebracht werden; die tägliche Erfah-rung zeiget auch, wie leicht man durch dergleichen Grundlagezum Ziel kommt, da man vorher lange genug im Dunkeln getap-pet. Erklärungen muffen auf Erfahrung und Versuch gegrün-det werden, und man kann sich mit fremde» Erfahrungen nichtallezeit forthelfen, sondern man muß selbst dabey Hand anlegen,wenn etwas hauptsächliches ausgerichtet werden soll, ja oft ver-steht man die Versuche anderer nicht, ehe man sie selbst gemachthat.
Schlich-