Lzo Zwote Ab theil. Sechstes Capitel.
Sechstes Capitel.
Von Versteinerungen.
§. 54 .
^'Guter Versteinerungen (Petrificaten, Foßilien) verstehe ichhier nicht allein Steine, welche eine Gleichheit mit organi-schen Körpern oder ihren Theilen haben, sondern auch dergleichenAbdrücke und allerhand Ueberbleibsel von Thieren und Gewachsen,welche an ungewöhnlichen Orten gefunden werden. Ich habederselben im vorhergehenden verschiedentlich erwähnet, und siewerden überhaupt für sehr wichtig gehalten. Sie sind auch wirk-lich eine Art von Schaupsennigen, welche unter der Erdoberflächebey ihrer Hervorbringung niedergelegt sind. Ihre Lagen sindArchive, welche älter als alle Jahrbücher sind, und welche gehö-rig durchgesucht in der natürlichen Geschichte dieses unsers Wohn-Platzes viel Licht geben.
§. 55 -
Das erste, was nun in Erwägung gezogen werden muß, istihre auswendige Gestalt, in Ansehung welcher sie gleich denVerdacht erregen, daß sie ihre Abkunft von verschiedenen Mate-rien im Thier und Pflanzenreiche haben. ?
Menschen flndct man sehr selten im Zustande der Versteine-rung. Bey Aix in Frankreich soll i;8Z , als ein kleiner Felsen ineines Bürgers Garten gesprengt ward, ein ganzer Körper gefun-den seyn, dessen Glieder alle im Stein abgedrückt, und dessenKnochen ganz hart waren, doch konnte man sie mit einem Nagelzu Staub reiben. Mit dem Gehirn soll es eben so gewesen seyn,welches gleichwohl gegen Stahl Feuer gegeben haben soll 0-
r) ES Ist schade, dass -Happeliusder hieven erwähnet (Schatzkammerübernatürlicher und wunderbarer Ge>schickte) nicht saget, von welcher Artder Felsen selbst gewesen. Henkeltmithmasset, daß e« Sandstein gewe-
B ei-sen , und gedenket dabey eines ähnli-chen Funds bey Freyberg 1701. Aberdas Gehirn war in diesem frisch, weißund dick, ob er gleich über i zo Iahrbegraben gelegen.