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Bemühungen Napoleons zur Belebung und Veredlung der Pferde-zucht im eigenen Reiche so gut wie fruchllos geblieben waren,dachten mehrere Regierungen und viele Privaten in Deutschland ernstlich an einen Aufschwung der Pferdezucht. In England befandsich dieselbe damals, noch mehr vielleicht einige Decennien früher,zu Ende des vorigen Jahrhunderts, auf ihrem Höhenpuncte, dess-halb nahmen die Meisten England zum Vorbilde, versahen sich mitenglischen Pferden, züchteten nach englischen Principien, gelangtenaber unerachtet grosser Kosten und Mühen nicht dahin, einen Schlagvon Pferden zu erzielen, der dem englischen gleichkam. Diesehätten von Anfang an mehr darauf Bedacht nehmen sollen, dass eng-lische Verhältnisse himmelweit von den deutschen verschieden sind.Viele sahen dies bald ein und schlugen andere Wege ein. Manwählte verschiedene Racen, um die deutsche Pferdezucht, dereinstblühend und jüngst so sehr herabgekommen, dadurch wieder zuheben, dass man sie durch edles Blut auffrischte. Regierungenwie Privaten richteten ihre Blicke nach dem Orient; denn gleichwiein England, zu früheren Zeiten in Spanien und anderen LändernEuropa’s , das orientalische, vorzugsweise das arabische Pferd, dasedelste unter den orientalischen, die Landesracen gehoben undveredelt hatte, sei es durch Kreuzung mit inländischen Stuten, seies durch Reinzucht, so könnten, wie man mit triftigem Grundeannahm, auch jetzt wieder die bestehenden Racen durch orienta-lisches Blut veredelt, oder eine neue gebildet werden. Für dasZweckmässigste hielt man in dieser Hinsicht das arabische Pferd,namentlich die Herbeiziehung arabischer Hengste, die von derZeit an auf jegliche, zwar nicht immer auf die vortheilhaftesteWeise, betrieben wurde. In England waren zwar die orien-talischen Pferde, obwohl die englische Vollblutrace unbezwei-felt von denselben abstammt und die Behauptungen derjenigen,