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Krankheiten, Krieg und politische Wirren traten störend und hem-mend ein, und so machte die Pferdezucht in vielen Ländern, indenen sic früher cultivirt ward, Rückschritte, in wenigen nur Fort-schritte, und das Letztere hauptsächlich in England, wo dieselbein Folge der geographischen Lage des Landes vor feindlichenStörungen geschützt, durch den Reichthum und die Vorliebe dergrossen Grundbesitzer befördert, durch practischen Sinn veredeltund constant gemacht ward. In Frankreich geschah von Seitender Regierung sehr viel für die Erhebung und Veredlung derPferdezucht, und dennoch waren die Folgen nie lohnend, da diePrivaten die Hand nicht boten: in England that die Regierung fastnichts dafür und doch hob sie sich gerade hier durch den Eifer,den Reichthum und den festen AVillen der Privaten. Nichtsdesto-weniger besitzt das schöne, einige und fruchtbare Frankreich Pro-vinzen, in denen die Zucht edler Pferde vielleicht mit mehr Vortheilbetrieben werden könnte, als in dem feuchten, nebligen England,denn das edle Pferd verlangt zu seinem Fortbestände, zu seinerVervollkommnung reine Luft, Wärme und trockene, hoch gelegeneund gesunde Waiden. Dagegen wurde ihm in England die un-ausgesetzteste Sorgfalt, und siehe, es acclimatisirte sich und be-lohnte die Mühen und den festen Willen der Menschen, währendes in anderen Ländern, die zur Zucht vor den Inseln Englandssogar Vorzüge boten, mehr und mehr zurückkam. Wie aber dasedle Pferd durch Zuziehung fremder Racen in England gezüchtetund wcitergebildet und zu einer Landesrace herangezogen werdenkonnte, so ohne Zweifel eben so gut in anderen Ländern bei glei-cher Sorgfalt, gleichen Principien und gleichem, vielleicht nochgeringerem Kostenaufwande.
Nach Beendigung der Napoleonischen Kriege, während derendie Mehrzahl der deutschen Gestüte zu Grunde gegangen und die