beschränken uns daher hier auf den Orient, als auf das allgemeinangenommene Vaterland des Pferdes, und wollen die Züchtung,Veredlung und allmählige Verbreitung des orientalischen Pferdesjetzt näher betrachten.
Die Orientalen und besonders derjenige Theil derselben, wel-cher im westlichen Asien und im Östlichen und nördlichen Afrika die Pferdezucht vorzugsweise getrieben und so hoch veredelt hat,waren und sind wandernde Hirten, die mit ihren Heerden denbesten Waiden und dem Wasser nachziehen, und sich um Ackerbauund Gewerbe nur wenig kümmern. Bei ihrer frugalen Lebens-weise genügt ihnen die Ausbeute, die sie aus ihren Heerden, ausder Jagd und aus dem Raube ziehen; hin und wieder bauen sieauch wohl Gerste und einige Gemüse. Die Wüsten-Beduinenbefassen sich nicht einmal mit letztem], sie tauschen Getreide undw r as sie sonst nothwendiger Weise bedürfen, gegen Vieh um, oderbezahlen es mit dem aus dem Verkauf desselben gelösten Gelde.Sie züchten Rinder, Kameele, Schaafe, Ziegen und Pferde; vonletztem geben sie in der Regel nur die jungen Hengste ab, dieStuten behalten sie zu ihrem Gebrauche und zur Nachzucht. Sieachten in der Regel die Stuten als ruhiger, bequemer, dauerhafterund nutzenbringender, weit höher als die Hengste, und bedienen sichersterer fast ausschliesslich zum Reiten, sei es zum Vergnügen,sei es auf Kriegs- und Raubzügen. Ausser zum Reiten und zurZucht wendet der Orientale, der Araber zumal, sein Pferd nie an,er spannt es weder ein, noch benutzt er es als Lastthier; fürden Ackerbau, wo solcher betrieben wird, verwendet er Och-sen, zum Lasttragen Esel, Kameele und Maulthiere; gefahrenwird im Orient nur wenig, in den entlegneren Gegenden und inden Wüsten gar nicht. Das orientalische Pferd hat sonach nureinen Gebrauchszweck, seinen Herrn zu tragen, ihn in seinen