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Quadratmeilen; ausserdem gibt es noch die Wüsten von Al-Dsche-sira, von Irak , die syrische Wüste und die von Hadschar . DerBoden in diesen unabsehbaren Ebenen ist meist unfruchtbar undsandig, nur einige Striche und Niederungen bringen dünnes Grasund Slräucher hervor. Im Winter, wenn die Regenzeit eintritl,sind jedoch die meisten Flächen mit nahrhaften Kräutern und Grä-sern bedeckt; dann erholt sich das halb verhungerte Vieh wieder,welches während der heissen Jahreszeit entweder in andere Ge-genden getrieben, oder mit Gerste und Stroh spärlich ernährtward, oder sich Wurzeln und verbrannte Kräuter und Gräsersuchen musste. In der Regenzeit sind die Weiden der ProvinzNedschid vor allen gut und zahlreich besucht von Beduinensläm-men und deren Heerden. — Der dritte Theil wird das steinigeArabien genannt und liegt nordwestlich von den beiden genannten.Das steinige Arabien zerfällt in die Wüste am Berge Sinai undin die Provinz Hedschas am rothen Meere; es ist sandig, steinig,von Gebirgen und Höhen durchzogen, wasserarm und desshalbdem grössten Theilo nach unfruchtbar. Das Kameel vertritt indiesem Landestheile grösstentheils die Stelle der Pferde, die nurin einigen Niederungen und Thälern gezogen werden.
Die Bewohner der bezeichneten Provinzen und Länder Ara-biens zerfallen in zwei streng von einander geschiedene undwohl zu unterscheidende Klassen: in die Bewohner der Städteund Dörfer, Welche Gewerbe, Handel und Ackerbau treiben undvornemlich an den Meeresküsten und an den Grenzen des Landes,ausserdem in den wenigen Städten und den fruchtbareren Gegendendes Landes sich aufhalten und sesshaft sind, und mit dem NamenAraber speciell belegt werden dürften, und dann in die in denEbenen, Gebirgen und Wüsten herumziehenden Stämme, Hirtenund Räuber, die von der Viehzucht, der Jagd und gelegentlichem