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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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lassen dürfen, da die Existenz derselben vollkommen sicher con-statirt ist. Man kann sich hei der Menge der Geschlechter undFamilien, in welche die Araber und Beduinen ihre edlen Pferdeabtheilen, allerdings sehr leicht verwirren, da diese Eintheilungcnund deren Benennungen dem Gutdünken eines Stammes, sogareiner Person, die ein vorzügliches Thier besitzt, überlassen bleibt,und zwar in der Art, dass, wenn Jemand eine ausgezeichneteStute oder einen vorzugsweise tüchtigen Hengst besitzt und vondiesen Thieren züchtet, er die Nachkommenschaft entweder nachdem Namen des Hengstes oder der Stute, oder nach seinemeigenen, oder nach irgend einer Zufälligkeit benennt. Auf dieseArt sind eine Unzahl von Geschlechtern oder Familien unter denedeln arabischen Pferden entstanden und entstehen noch täglich.Es liegt diese sonderbare Gewohnheit in dem Character jenesNomadenvolkes und in seiner grossen Liebe zu den Pferden. Füruns kann die Kennlniss aller jener Geschlechter, wenn sie wirk-lich zu erlangen wäre, im Ganzen gleichgültig sein, indem siesich durch nichts Auffallendes und Ausgezeichnetes von einanderunterscheiden; sie gehören alle der edelsten Race an und können,da sie auch keine Zeichen haben, selbst von den Beduinen nichtvon einander unterschieden werden. Es möge uns genügen, dassdie edelsten Geschlechter unter den Nedschdis und Ko hei-lans getroffen werden und vorzugsweise in der grossen Wüsteund an deren Grenzen zu finden sind. Die Kenntniss der will-kürlichen Eintheilung und Benennung der untergeordneten Ge-schlechter oder Familien bringt uns in der Kenntniss der arabischen Pferde nicht weiter, sie verwirrt uns vielmehr nur, weil dieZahl der Geschlechter so sehr bedeutend und die Bestimmungderselben durchaus willkürlich ist und auf keinen festen Basen