Buch 
Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
Entstehung
Seite
68
JPEG-Download
 

68

Beduinen haben sich seit Jahrhunderten nicht verändert und ebenso wenig ihre Pferde. Nur zwei Reisende unter den vielen, dieArabien in früherer und neuerer Zeit besuchten, sind nicht derMeinung, dass die arabischen Pferde der edlen Art, die Nedschdisund Koheilans, die trefflichsten, schönsten, die vollkommenstenin Hinsicht auf Ebenmass und symmetrischen Bau seien; es sinddiess zwei acldbare Männer, aber keine Pferdekenner: Seetzen und Niebuhr, zwei Norddeutsche, welche die Trefflichkeit derPferde von deren Grösse, Dicke und von starkem Gliederbauabhängig zu machen scheinen. Keineswegs wird man jedoch be-haupten können, dass alle Pferde der edeln arabischen Racedurchgängig vollkommen, d. h. von grösster Schönheit und Tüch-tigkeit wären, das hiesse zuviel behauptet; allen jedoch, selbstden minder guten und fehlerhaften, sieht man das edle Blut, dasFeuer, die Kraft an, und wird bei näherer Prüfung, wenn Fehleroder Verwahrlosung das Gegentheil nicht gebieterisch bedingen,unverwüstliche Dauer und grosse Schnelligkeit an ihnen wahr-nehmen.

Unter den Nedschdis gibt es, unbeschadet vieler andernUnterarten, fünf Hauptgeschlechter, die El-Khoms, die manvon den fünf Lieblingsstuten des Propheten ableitet, immer reinerhält und sehr hoch schätzt. Die Namen der El-Khoms werdensehr verschieden angegeben, je nachdem die Berichterstatter dieseroder jener Nation angehörten, oder je nach der Provinz Arabiens,wo sie jene Namen hörten. Einer der Reisenden neuerer Zeit,der Pferde in Arabien aufkaufle, und über Alles, was er dortsah und erfuhr, sehr glaubwürdige Mitlheilungen veröffentlichte,nennt sie: Tonaisse, Gilplie, Manegine, Sedie und Seklawe. Bei-nahe jeder Reisende nennt sie anders, wodurch wir jedoch keineZweifel gegen das Bestehen jener fünf Geschlechter aufkommen