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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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sondern an den Füssen. Das Futter wird ihnen in Futtersäckengereicht; es besteht neben den Gräsern und Wurzeln, die sichdie Thiere selbst suchen, vorzugsweise aus Gerste und zerhacktemGerstenstroh, andere Getreidearten und Heu kennt man als Pferde-futter nicht. Doch wenn die Noth gross ist, gibt man ihnen wohlauch Datteln, Hirsenstroh, ja sogar Fleisch, Butter und Käse.Es ist erwiesene Thatsache, dass arabische Pferde, wie diess vonmehreren anderen Racen gleichfalls bekannt ist, bei äusserstemMangel rohes wie gekochtes Fleisch und selbst Fische nicht ver-schmähen. Gewöhnlich erhalten sie, wenn es irgend möglich ist,Gerste, und zwar täglich zwei Mal, früh beim Sonnenaufgängeund Abends nach dem Untergang der Sonne. Manche Stämmefüttern nur ein Mal Gerste und zwar am Abend, wo dann dasThier während der Nacht aus dem ihm angehängten Beutel frisst.Wenn Gerste genug vorhanden ist, erhält das ausgewachsene undim Gebrauch stehende Pferd täglich fünf bis sechs Pfund. Heubekommt es nie, grünes Futter und Stroh, woran es gewöhnlichfehlt, nur selten. Die Araber sagen, dass die Pferde nach zuvielem Genuss von Gras und Stroh schwerfällig, dickleibig undkrank würden. Aus dem Allen geht hervor, dass die arabischen Pferde sehr genügsam sind und bei dem geringsten und oftschlechtesten Futter dennoch die grössten Strapatzen ertragenkönnen und sehr wenig Krankheiten unterworfen sind. Eben somässig sind sie in Bezug aufs Trinken; sie können lange ohneWasser aushalten, ein, zwei und selbst drei Tage. Sie gleichenin dieser Hinsicht ihren Besitzern, den Beduinen und Arabern,die, wie die meisten orientalischen Nomadenvölker, sehr mässigsind und Hunger wie Durst erstaunlich lange ertragen können.Wenn cs jedoch Wasser in der Nähe gibt, so tränkt der Beduine