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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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zügliche Pferdezucht derselben zwar fortgesetzt, aber nicht mitgleichem Eifer und gleicher Sorgfalt, desshalb auch nicht mitgleichem Erfolge. Zwar hielt der Staat Gestüte und Beschäler,auch thaten reiche Privatleute dasselbe, aber die Race ging den-noch unverkennbar zurück, wozu auch das beigetragen habenmag, dass sie fortan nicht mehr durch neues orientalisches Blutaufgefrischt ward. Dazu kamen, andere Unfälle, wie Krankheiten,Geldmangel, innere Unruhen u. a. m. nicht mitgerechnet, zweiblutige Kriege, die den Spaniern viele und die besten Pferdekosteten, derjenige, den Karl V. , ausser so vielen andern, gegendie Barbareskenstaalen führte, und zu demselben die besten Pferdeim ganzen Reiche, ohne selbst die Gestüte zu verschonen, zu-sammenbrachte , die nach dem unglücklichen Ausgange jenesKrieges fast zumal zu Grunde gingen, und in späterer Zeit derblutige spanische Erbfolgekrieg, in welchem der Stamm der vor-maligen so trefflichen Pferde fast gänzlich verloren ging undnicht wieder ersetzt ward. Damit fiel die Pferdezucht in Spanien von ihrer frühem Höhe herab, um sich nicht wieder zu erheben,denn weder der Staat noch Privaten thaten in der Folge etwasdafür, es wurden sogar von der Regierung zweckwidrige Befehleund hemmende Maasregeln und Begünstigungen für gewisseStände erlassen. So durften die Cavallerieobristen aus allen kö-niglichen und Privatgestüten für einen bestimmten, sehr niedrigenPreis junge Pferde ausheben, eine Begünstigung, die auch andernPrivilegirten zu Theil ward und unmöglich die Pferdezucht fördernkonnte. Nur in Andalusien findet man jetzt noch einen Ueber-rest jener alten edlen Race, die bis zum siebenzehnten Jahrhun-dert die edelste und gesuchteste Europas war. Mit Recht nannteman damals die spanischen Pferde, die Genetten, dieKönige derPferde.