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und Afrika , daneben spanische, englische, dänische, neapolita-nische und deutsche, welche ohne Auswahl auf die verschiedenenBeschälplatten geschickt wurden. Schwere und grosse Hengstekamen in Folge dieser Maasregeln häufig nach solchen Provinzen,die ihrer Lage und ihrer Fruchtbarkeit nach für einen kleinernPferdeschlag passten, nach fruchtbaren, niedern Gegenden schickteman dagegen feine orientalische Hengste und verdarb sonachAlles. Denn grosse und schwere Pferde werden nur in frucht-baren Gegenden und bei reichlichem Futter gedeihen, für bergige,trockene, minder fruchtbare Länder eignet sich dagegen einkleinerer Schlag. Mit Ausnahme der Normandie , der Picardie,der Bretagne und Burgund , wo man neben üppiger Fruchtbarkeitauch einen bereits vorhandenen Stamm grosser und kräftigerStuten vorfand, missglückten daher alle Unternehmungen zurVervollkommnung der französischen Pferdezucht.
Seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts, wo die Wettrennenin Frankreich in Aufnahme kamen, sind viele englische Pferdeeingeführt worden. Die Franzosen schienen sich aber in derThat auf die Pferdezucht nicht mit Ernst legen, dieselbe nichterlernen und verstehen zu wollen, es folgten vor wie nachMissgriffe auf Missgriffe. Diess ist auch in neuern Zeiten unterNapoleon , unter der Restauration und unter dem jetzigen Gou-vernement der Fall. Frankreich fühlte längst, dass es zu seinemgrossen Bedarf, zu seinem beträchtlichen Heerwesen, für denAckerbau und den bedeutenden innern Verkehr, ganz abgesehenvon den Luxus-, Renn- und Jagdpferden, einer grossen ZahlPferde bedürfe, die unerachtet der Fruchtbarkeit des Landes undaller Aufmunterungen nicht im eignen Lande producirt werden.Um sich in dieser Beziehung vom Auslande zu emancipiren, wasaber bis jetzt noch nicht gelungen ist, that man sehr viel, meist