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Pferderacen näher betrachten, werfen wir einen Blick auf dieöstlichen, auf Griechenland und die Türkei , auf Russland , Polen und Ungarn , und gehen dann, nachdem wir sie in Beziehung aufunseren Gegenstand kurz besprochen haben, auf die weniger be-deutenden im Norden Europa’s über, wobei wir allemal Englandausnehmen, und diesem Lande, gleichwie Deutschland , eigeneAbschnitte und ausführliche Besprechungen widmen werden.
Das heutige Griechenland hat mit dem, welches wir aus demklassischen Alterthum kennen, keine Aehnlichkeit mehr, und obes sich aus seinem Verfalle wieder erheben wird, muss erst dieZukunft lehren. Die einst so treffliche Pferdezucht auf seinenfruchtbaren Waiden, in seinen Thälern und Ebenen, an seinengrünenden Bergen und in seinen üppigen Wäldern ist ausgeartel,keine Spur mehr von dem, was einst dort war. Griechenland besitzt gegenwärtig sehr wenige Pferde, und die, welche nichtaus der Türkei , Kleinasien u. s. w. eingeführt worden, sind un-ansehnlich, missgestaltet und ganz entartet, obwohl sie sichergehen und Dauer besitzen. Alle besseren Pferde sind eingeführte,sogar die wenig zahlreiche griechische Cavallerie ist mit fremdenPferden beritten gemacht. Auch in der Türkei ist die vormalsso berühmte Pferdezucht in Verfall gerathen. Die besten Thierc,die es jemals in der europäischen Türkei gab, waren überdemaus dem Orient eingeführl, oder von orientalischem Blute fort-gezüchtet. Wir müssen desshalb in der Türkei zwei Stämmeunterscheiden: den fremden und edleren, der aus Arabern, Per-sern und Berbern und deren Nachzucht besteht, und einen an-deren, der aus der Vermischung orientalischer Hengste mit demLandesschlage, mit thracischen, griechischen und tartarischenStuten hervorgegangen ist. Wenn auch der Einfall der Türkenin Europa und die vielen edlen Pferde, die sie mit sich führten,