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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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Misscredit kam. Man gab vor, das orientalische (arabische) Blut seidegenerirt, leiste nicht mehr, was es vordem geleistet, man müssenun in England bei der Inzucht bleiben, zumal da das englischeVollblutpferd durchaus heimisch gemacht und das tüchtigste undvollkommenste unter allen bekannten Racen sei. Es wurde jetztMode, gegen orientalisches Blut zu eifern, und allerdings zeigtensich die Nachkommen von den später eingeführten Orientalen de-nen nicht gleich und ebenbürtig, die von den früheren gezüchtetworden waren. Dass die orientalischen Racen, die arabische vorallen, in so kurzem Zeiträume und bei der unveränderlichen Le-bensweise der Beduinen, der Besitzer und Züchter der besten undedelsten Pferde im Orient, degenerirt seien, kann man kaum an-nehmen und ist in der That nicht der Fall, obgleich sich durchungünstige Verhältnisse die Zahl der Pferde im Orient überhauptund die der edlen insbesondere verringert haben mag und ganzedle Thiere nach wie vor sehr schwierig zu erhalten sind. Dasses deren aber noch gibt, haben uns Reisende versichert, und lehrtuns der Augenschein von denjenigen, die in letzteren Zeiten ausdem Oriente und besonders aus Arabien zu uns gebracht wordensind. Es müssen desshalb andere Gründe vorliegen, wesshalbdas orientalische Pferd in England in Misscredit gekommen istund nur ausnahmsweise noch zur Zucht verwendet wird. Es magallerdings sehr oft vorgekommen sein, dass bei dem allgemeinenStreben nach Veredlung der Pferdezucht durch orientalisches undnachmals ausschliesslich durch arabisches Blut viele halbedle undunbedeutende Pferde unter dem Namen hochedler, rein arabischervon speculativen Zwischenhändlern nach England gebracht oderin Kleinasien , Aegypten u. s. w. an Engländer verkauft wurden.Ohne sichere Gewähr von den Stammregistern und Certificalen,welche die Araber oder die Zwischenhändler beibringen, haben